/// Rubrik: Stadtleben

Verkehrschaos befürchtet

Kreuzlingen – Am 12. Februar gilt es ernst für den Versuch der Verkehrsberuhigung auf dem Kreuzlinger Boulevard. Ab dann ist die nördliche Zufahrt und die Verbindungsstrasse zum Karussell für den Individualverkehr testweise gesperrt. Die Bauverwaltung erwartet vor allem in den Anfangsphase Missverständnisse.

Weniger Durchgangsverkehr und eine höhere Aufenthaltsqualität für Flanierende sind unter anderem Ziele der Verkehrsregimeänderung. (Bild: archiv)

«Reinfahren, aber nicht mehr so viel durchfahren», lautet die aktuelle Devise von Stadtrat Ernst Zülle in Sachen Boulevard. Der Kompromissversuch von Initianten für einen autofreien Kreuzlinger Boulevard, Gewerbetreibenden und Anwohnern unter der Führung von alt Stadtpräsident Andreas Netzle, kann nun drei Jahre nach seiner Auslotung und zahlreichen Einsprachen endlich lanciert werden. In einer einjährigen Versuchsphase wird die Bauverwaltung mit einer neuen Signalisation vor allem den Durchgangsverkehr weg von der Flaniermeile leiten. «Wir wollen das Verkehrsaufkommen von täglich 8000 auf 4000 Fahrzeuge halbieren», sagt Zülle. Zwar erhofft sich der Stadtrat, dass einige Besucher des Zentrums aufs Velo oder den Bus umsteigen – ein Grossteil der Automobilisten wird sich aber einfach einen anderen Weg durch Kreuzlingen suchen. «Den grössten Teil sollte die Umfahrung ‹Chance Nord› auffangen», sagt Sandro Nöthiger, Leiter Tiefbau, mit Blick auf vorab erstellte Verkehrsmodelle voraus. Als zweite Ausfallstrasse wird die Nationalstrasse herhalten müssen. Trotz klarer Ausschilderung ist sich die Bauverwaltung bewusst, dass die provisorische Signalisation für Verwirrung sorgen wird.

Dieser Routen sollen anstatt der Haupstrasse genommen werden. (Bild: zvg)

«Es geht mindestens drei Monate, bis sich die Verkehrsteilnehmer an den neuen Boulevard gewöhnt haben», schätzt Zülle. Nicht nur mit Verkehrsmessungen, sondern auch durch Umfragen bei Anwohnern und Detaillisten will sich die Stadt ein Bild der Situation im Quartier machen. «Dann wird sich zeigen, ob sich unsere Kalkulationen zum Verkehr bewahrheiten», so Nöthiger. Die baulichen Massnahmen will man im Versuchsjahr so gering wie möglich halten. Deshalb plant die Stadt zum Versuchsstart vor allem eine Kommunikationsoffensive.

Flyer, Plakate und Verkehrskadetten lenken in den ersten Tagen den Verkehr in die richtigen Bahnen. Sechs Monate nach Versuchsstart will die Stadt Bilanz ziehen: «Dann entscheiden wir, ob wir kleine Korrekturen anbringen, alles abblasen oder die Signalisation auf Dauer einführen», sagt Zülle.

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One thought on “Verkehrschaos befürchtet

  1. Martin Häuptli

    Dann geh ich eben erst recht nicht mehr an diesem Boulevard einkaufen. Da wird nur viel Geld ausgegeben, damit es allen Geschäften schlechter geht als vorher und Kreuzlingen hat nun ein noch grösseres Verkehrchaos als vorher.

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