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Wer hat den schnellsten Dreh raus?

Kreuzlingen – Den Zauberwürfel kann nicht jeder lösen und wenn, dann dauert das meist eine Weile. Nicht aber beim Speedcubing. Hier geht es darum, den Rubik Cube in möglichst kurzer Zeit zu schaffen. Am kommenden Wochenende findet das erste Speedcubing Turnier im Thurgau, die Xlingen Open, in der Line Dance Hall Kreuzlingen statt.

Ioannis Papadopoulos löst den Zauberwürfel blind. (Bild: zvg)

Am Wochenende steigt in Kreuzlingen ein Wettbewerb, den es hier so noch nie gegeben hat. 60 bis 80 Teilnehmer aus ganz Europa treffen sich in der Line Dance Hall um Zauberwürfel zu lösen. Doch es geht nicht nur einfach darum, alle Seiten eines Würfels einfarbig zu bekommen. Wichtig ist vorallem, schneller zu sein als die Konkurrenz.

Am Samstag und Sonntag messen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in elf verschiedenen Disziplinen. Dazu gehören unter anderem das Lösen des klassischen 3×3-Würfels, oder schwerer 4×4. Wer sich einer besonderen Herausforderung stellen will, dreht den Rubik Cube sogar blind. Gemeinsam haben aber alle Disziplinen, dass derjenige gewinnt, der die kürzeste Zeit benötigt um den richtigen Weg zu finden.

Der Verband: «Swisscubing»
Im Januar 2017 haben Schweizer Speedcuber, unter ihnen der Kreuzlinger Ioannis Papadopoulos, den Verband «Swisscubing» gegründet. Im vergangenen Jahr gab es schon zwölf Turniere verteilt in der ganzen Schweiz. Dabei kam es zu insgesamt 689 Teilnahmen. Ziel des Verbandes ist es, das Speedcubing professioneller zu gestalten und bekannter zu machen. Deshalb werden auch 2018 verschiedene Turniere, wie das X-lingen Open, organisiert, an denen jeder teilnehmen kann. Die einzige Voraussetzung hierbei ist, dass man in der Lage ist, den Würfel zu lösen.

Die Idee auch in Kreuzlingen ein Turnier zu veranstalten, hatte Papadopoulos, da er seine Leidenschaft auch in die Heimat bringen wollte. Deshalb ist das Turnier auch sehr offen gestaltet. Jeder, der Interesse hat, kann am Samstag oder Sonntag in der Line Dance Hall vorbei gehen und beim Turnier zuschauen, selber mal einen Würfel in die Hand nehmen oder von Profis gezeigt bekommen wie das denn jetzt eigentlich geht. «Wir sind ein offener Verband, und geben unsere Freude am Speedcuben sehr gerne weiter», erklärt der 25-Jährige. «Auch die Kinder kann man gern bei uns abgeben. Man bekommt sie aber wohl mit einem neuen Hobby zurück.»

Bei den verschiedenen Turnieren im vergangenen Jahr hat sich auch gezeigt, dass der schnellste Schweizer Speedcuber im Augenblick der Walliser Richard Delacoste ist. Er schaffte es, im Oktober 2017, seinen 3×3-Würfel in 5.61 Sekunden zu lösen und ist damit Rekordhalter in der Schweiz.

Ein Kreuzlinger mit Würfel
Ioannis Papadopoulos hingegen hat keine Ambitionen Rekorde aufzustellen oder Schweizer Meister zu werden. Seit Hauptaugenmerk liegt auf der organisatorischen Seite. So kam es auch, dass er an der Gründung des Verbands teil hatte. «Wir haben uns auf Competitions kennengelernt und uns dann zusammengetan um weitere Turniere und Aktionen zu planen. Daraus entstand anfang 2017 dann «Swisscubing».»

Mit dem Verband hat Papadopoulos auch bei der letzten Weltmeisterschaft in Paris teilgenommen. Oft fährt er übers Wochenende zu verschiedenen Turnieren. Einmal verschlug es den Speedcuber sogar bis nach Brasilien zur WM 2015. «Da hab ich dann aber auch gleich einen Urlaub drangehängt, ist ein bisschen zu weit für einen Wochenendtrip», schmunzelt der Speedcuber. Passend dazu hat er seine verschiedenen Würfel in einem Koffer dabei. «Eigentlich kann man den Rubik Cube recht schnell kennenlernen», erklärt er, und zeigt es gleich am klassischen 3×3-Würfel, «der mittlere Stein gibt die Farbe an, danach stellt man ein farbiges Kreuz auf jeder Seite her und zum Schluss löst man den Würfel ganz. Das sieht schwerer aus als es ist.» Nach der Demonstration legt Papadopoulos den Würfel zurück auf den Tisch, doch während er weiter von «Swisscubing» erzählt und davon, dass er schon seit sieben Jahren Würfel löst, wandern seine Hände immer zurück zum Würfel, mischen und lösen ihn flink wieder. Beim Zuschauen wird klar, das geht wirklich schnell. «Wenn ich einen gemischten Würfel seh, muss ich ihn lösen, dass stresst mich ansonsten ganz schön», gibt der Kreuzlinger zu.

Die Regeln des Turniers
Wer am Turnier teilnehmen will, hatte bis zum 11. Februar Zeit, sich online dafür anzumelden. In welcher Disziplin man antritt, bleibt jedem selbst überlassen. In Kreuzlingen muss man sich nicht qualifizieren. Bei Europa- oder Weltmeisterschaften hingegen muss man sich vorab bewerben und die «World Cube Association» entscheidet darüber, ob man zugelassen wird.
Neben den Teilnehmern gibt es Schiedsrichter, sie mischeln die Würfel nach bestimmten Vorgaben, sodass alle Teilnehmer vor dem gleichen Rätsel stehen. Zunächst haben die Speedcuber 15 Sekunden Zeit, den Würfel anzusehen und eine Lösungsstrategie zu entwickeln. Dann geht es los. Beide Hände und der Würfel müssen auf eine spezielle Matte gelegt werden, dann startet die Zeit. Nachdem der Rubik Cube gelöst ist, legt man beide Hände wieder ab und stoppt so die Uhr. Insgesamt hat man mehrere Versuche, die beste und schlechteste Zeit wird gestrichen. Wer das beste Durchschnittsresultat hat, gewinnt.

In manchen Kategorien gibt es ausserdem noch besondere, an die Disziplin angepasste Regeln. Beim Blindlösen hat man mehr Zeit, sich den Würfel vorher anzusehen. «Hier gibt es einen besonderen Trick», verrät Papadopoulos, «jeder kleine Würfel hat auch einen Buchstaben. Wenn man den gemischten Würfel dann sieht, kann man sich ein Lösungswort merken. So ist es möglich, den Würfel aus dem Gedächtnis heraus zu lösen.»

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