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Die Stedi bewegt Ermatingen

Ermatingen – Die Ermatinger Stedi und der Hafen sollen saniert werden. Dafür muss die Gemeindeversammlung einen Kredit von knapp sieben Millionen Franken genehmigen. Am Montag, 12. Februar, informierten sich die Bürger Ermatingens über das Projekt.

Wenn alles optimal abläuft, könnte die Stedi und der Hafen in Ermatingen Ende 2020 so aussehen. (Bild: zvg)

«Dass die Halle trotz anstehender Groppenfasnacht fast voll ist, zeigt, wie wichtig das Projekt ist», leitete Reto Mästinger, zuständiger Planer und Bauingenieur, die Informationsveranstaltung ein. Die Besucher erhielten einen Einblick in die umfangreiche Sanierung, die geplante Umsetzung und die etwaigen Kosten sowie die geplante Finanzierung.

Das eingereichte Projekt «Fernsicht» der Planimpuls AG und Planium Umwelt GmbH konnte im Jahr 2016 sowohl Bevölkerung als auch den Gemeinderat überzeugen. «Wir wollen die Stedi für die breite Bevölkerung attraktiver machen», betonte Mästinger. Das Projekt wurde nach ausführlicher Planung im April 2017 zur Vorprüfung bei den massgeblichen kantonalen Instanzen eingereicht. Einzig vonseiten des Amts für Natur- und Heimatschutz gab es Einwände, weshalb eine erneute Planungsphase notwendig war. Vor allem die Grösse der Stedi und die Gestaltung der Mole, musste nochmals überarbeitet werden.

Viel zu tun
Vor allem im Bereich des Hafens und der Aussenmole mussten massgebliche Änderungen eingeplant werden. Um das Projekt bestmöglich umzusetzen, gab es beispielsweise eine Seegrundanalyse. Ausserdem testeten Experten verschiedene Windmodelle und Wellensimulationen. «Da man an der alten Mole Fäulnisschäden im Holz feststellen kann, ist in dieser Hinsicht eine nachhaltigere Lösung gefragt. Die neue Aussenmole wird der Witterung besser angepasst sein», erklärte Mästinger. Mit strukturiertem Beton verkleidete Stahlelemente werden die Wellen in Zukunft von der Stedi fern halten und eine Vorschüttung die Wellen grösstenteils vernichten um die Mole zu entlasten. Der Hafen mit seiner optimierten Einfahrt bietet in Zukunft rund 55 Schiffsstellplätze mit Elektro- und Wasserbezug.

Ausserdem muss man die Stedi um einen halben Meter aufschütten, um sie auch bei Hochwasser begehbar zu machen. Die Planung sieht eine leicht abgesenkte Flaniermeile und einen Kiesplatz in der Mitte, gesäumt von Bäumen und Bänken, vor. Eine grosse Erleichterung, vor allem für Vereine, bringt die Erschliessung der Stedi mit Wasser-, Strom- und Abwasseranschlüssen, sowie die befahrbare Strasse auf der östlichen Seite. Auch der bestehende Oststeg soll abgebrochen und durch einen verlängerten Schwimmsteg ersetzt werden, sodass rund 50 kleinere Boote und Gondeln Platz finden. Ein weiterer Hingucker soll das transparente Wartehaus beim Kursschifffahrtssteg werden. Das optimistische Fazit des Projektleiters: «Der Platz ist einmalig. Wir haben hier eine riesige Chance um einen Begegnungsort und Festplatz zu gestalten.»

Investition in die Zukunft
«Mit den vielen Änderungen wandeln sich auch die Kostenstrukturen», bestätigte Martin Stuber, Gemeindepräsident von Ermatingen. Besonders Hafen und Mole werden aufgrund der Anpassungen teurer als geplant. Die geschätzten Gesamtkosten für Projektierung und Bau vom 4. Januar diesen Jahres ergaben 7,356 Millionen Franken. Die ursprüngliche Summe vom 23. November 2016 belief sich auf geschätzte 7,040 Millionen Franken.

Erfreulich ist, dass der Kanton in einem Beschluss vom Dienstag, 13. Februar, den angekündigten Baukostenbeitrag für die Aussenmole, nach erneutem Antrag von 360000 auf 600000 Franken erhöht hat. «Es ist zwar nicht so viel, wie ich erwartet habe, aber ich bin zufrieden», kommentierte der Gemeindepräsident die Summe. Nach diesen Neuigkeiten wird das am Montag vorgestellte Kreditgesuch von 6,971 Millionen Franken. sich bis zur Gemeindeversammlung eventuell noch verringern.

Der vorgesehene Baubeginn für die Stedi und den Hafen ist im Herbst diesen Jahres geplant. Unter optimalen Bedingungen wäre laut der Planungsgemeinschaft ein Ende der Bauzeit im Sommer 2020 anzusiedeln. Die Gemeindeversammlung zur Bewilligung des Baukredits findet am 27. Februar statt.

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One thought on “Die Stedi bewegt Ermatingen

  1. Rafael Stutz

    Eine Renovation oder Neugestaltung der Ermatinger Stedi sehe ich als zwingende Notwendigkeit. Der unbestritten wichtigste Platz im Dorf mit seiner traumhaften Aussicht und den stimmungvollen Sonnenuntetgängen wird mit diesem Projekt aber zu einem Yachthafen der jegliche Idylle verliert. Selbst als begeisteter „Bötler“ ziehe ich die freie Sicht bis zu den Vulkanen einem Yachtparkplatz vor. Das Einod am Untersee vergibt sich einmal mehr die Möglichkeit das zu sein was es eigentlich sein will. Das Projekt ist für mich noch nicht ausgegoren und daher sehe ich den Grund für einen überstürzten Baubeginn nicht.

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