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Was sagt der Trainer?

Kreuzlingen – Der Cheftrainer des SCK, Nicolas Messer, spricht im Interview über seinen Job als Interimstrainer, junge Talente und die Abstimmung am 4. März.

Nicolas Messer. (Bild: zvg)

Du bist beim SCK als Interimstrainer tätig, nachdem der Headcoach zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekündigt hat, wie hast Du Dich beim SCK zurecht gefunden ?

Der Abgang des Cheftrainers ist für einen Verein meistens eine schwierige Situation. Wenn dies zusätzlich nur kurz nach dem Beginn der Saison passiert, grenzt es schon fast an eine kleine «Katastrophe». Die letzten Jahre waren für den SCK bereits etwas hektisch und unruhig mit vielen Trainerwechseln.

So war es auch für mich keine einfache Situation, jedoch genau was mich an der Aufgabe sehr reizte. Mit einem Verein «neu anzufangen» und die einzelnen Prozesse zu durchlaufen, um die Bausteine zum Erfolg aufeinander zu bauen, ist ein sehr spannender Teil der Trainertätigkeit. Oft geschieht dies jedoch eher mit einer Festanstellung mit «Weitsicht» und nicht einer «Interimstätigkeit».

Glücklicherweise würde ich sehr herzlich im SCK aufgenommen und konnte auf eine grosse und wichtige Unterstützung der Mitglieder aus der Schwimmkommission, sowie meinen Trainerkollegen zählen. Dies hat die ganze Übernahme als Cheftrainer sicherlich erleichtert.

Wie beurteilst Du den Entwicklungsstand der einzelnen Gruppen beim SCK ?

Es ist nicht ganz einfach in den wenigen Wochen seit ich in Kreuzlingen am Beckenrand stehe eine aussagekräftige Beurteilung zu machen. Die Mehrheit der Sportler vom SCK sind in einem Alter, in welchem Fortschritte normal sind und auch erwartet werden dürfen.

Leistungsmässig haben sich alle Schwimmer bis zum jetzigen Zeitpunkt der Saison gut entwickelt und grösstenteils ihre Bestzeiten an mehreren Wettkämpfen verbessert. Besonders zufrieden bin ich jedoch mit der persönlichen Entwicklung aller unser Jugendlichen – der Sport ist auch eine «Lebensschule» und regelmässiges Schwimmtraining ist ein Baustein davon.

Wie beurteilst Du die Infrastruktur für die Trainings in Kreuzlingen ?

Das «Rundum», wie die Sportschule, die kurzen Wege in Kreuzlingen oder auch die Nähe zu Deutschland für Wettkampfmöglichkeiten ausserhalb des Schweizer Systems sind sehr gut und mit den Strukturen anderswo vergleichbar.

Das Hallenbad Egelsee ist wie viele Bäder in der Schweiz schon etwas älter und bietet nicht wirklich ausreichend Platz für alle Benützer. Dies limitiert selbstverständlich auch die «Wirkungstätigkeit» des SCK. Selbst wenn in der momentanen Situation noch die eine oder andere Optimierung der Wassernutzung möglich ist, wird dieser Teil der Infrastruktur, den sportlichen Erfolgen des SCK nicht gerecht. Man darf sich nur erträumen, was mit dem neuen Hallenbad Egelsee alles möglich wäre!

Was sind die Ziele für die kommende SM im April in Genf ?

Momentan sieht es so aus, als würde der SCK wie in den letzten Jahren durch eine relativ kleine, aber schlagkräftige Delegation an der Langbahn Schweizermeisterschaft vertreten. Persönlich habe ich viele verschiede Ziele im Hinterkopf für die einzelnen Athleten. Viele dieser Ziele werden auch von den Athleten angestrebt und ausgesprochen. Andere reflektieren mein ungebrochenes Vertrauen und Glauben in die Fähigkeiten der Athleten «über sich herauszuwachsen» und für Aussenstehende wohl eher überraschende Erfolge einzufahren.

An der Meisterschaft im April wird es genügend externen Druck für unsere Sportler geben. Geht es doch um Qualifikationen für internationale Einsätze und natürlich Meistertitel und Medaillen.

Wir versuchen uns jedoch auf die Sachen zu konzentrieren, welche wir in gewissen Teilen kontrollieren und beeinflussen können. Dies geschieht täglich im Training für jeden einzelnen Athleten, damit wir uns die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen können am Tag X auch in Topform hinter dem Starblock stehen zu können.

Unsere Minimalziele sind sicher die guten Resultate er ersten Saisonhälfte auf der kurzen Bahn, nun auf der langen Bahn zu bestätigen. Sollte uns dies gelingen, dürften unsere Sportler viele ihrer Ziele erreichen.

Mit Chiara Strickner und Lara Grüter hat der SCK Schwimmerinnen, welche sich auch für internationale Wettkämpfe qualifizieren können, wie siehst Du Ihre Chancen ?

Schlussendlich wird sich alles am «Tag X» über knapp 60 bis 120 Sekunden entscheiden. Dazu kommt noch, dass man je nach Rennen und Distanz auch schon einmal den aktuellen Schweizerrekord schlagen muss, um die geforderten Limitezeiten zu knacken. Es wird somit sicher kein leichtes Unterfangen, jedoch besitzen sowohl Lara und Chiara die Qualitäten, welche es sicher brauchen wird um sich überhaupt Chancen ausrechnen zu dürfen.

Beide konnten sich in der letzten Saison definitiv in der Schweizer Elite etablieren und haben somit den Schritt weg von den Junioren auf nationaler Ebene geschafft. Den Sprung auf die internationale Bühne ist ein etwas grösserer und wir dürfen unseren Erfolg nicht primär daran messen – wenn es uns aber gelingt auch in den verbleibenden Wochen bis zur Meisterschaft im April «alles richtig zu machen» und gesund zu bleiben, dann ist alles möglich für die beiden.

Was wünschst Du dem SCK ?

In erster Linie wünsche ich dem SCK und der Stadt Kreuzlingen ein «JA» am 4. März bei der Abstimmung zur Erweiterung und Sanierung des Familien- und Freizeitbades Egelsee. Für den Schwimmclub wird dies ein wegweisender Tag und viele Entscheidungen bezüglich der Zukunft des Vereines werden vom Resultat der Abstimmung entweder positiv oder negativ beeinflusst werden.

Und genau so wichtig, wünsche ich dem SCK, dass es nun doch noch gelingt einen geeigneten Kandidaten für den Posten des Cheftrainers zu finden.

Nur mit diesen zwei «Elementen» wird es dem Verein auch gelingen sich weiterhin positiv entwickeln zu können. An jungen und motivierten Sportler fehlt es in Kreuzlingen nicht und alles weisst darauf hin, dass der SCK auch über die nächsten Jahre auf nationaler Ebene immer wieder ganz vorne mitmischen wird.

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