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Astronaut begeisterte Schüler

Kreuzlingen – Claude Nicollier, der einzige Schweizer Astronaut, besuchte am Montag das Schulzentrum Seetal. Eingeladen waren alle Kinder der Mittelstufe. Nicollier verzauberte sein Publikum und zog die Kinder in seinen Bann. (Sebastian Schaad)

Bei seinem Vortrag zeigte der Schweizer Astronaut tolle Bilder. (Bild: ss)

Alles begann im Juli 2017, als Ingo König mit einer einfachen Anfrage an Herrn Nicollier den Schülerinnen und Schülern zum Thema Weltall einen Spezialisten in die Schule holen wollte. Die Antwort kam allerdings erst, als das Unterrichtsthema bereits abgeschlossen war. Für König, Praktikant aus der Klasse von Daniel Jaag, wurde so eine Zusatzaufgabe daraus. Er organisierte nun einen Empfang mit allem drum und dran und dies in Höchstform.

Besuch im Schulzentrum Seetal
Am Bahnhof in Kreuzlingen wurde Nicollier abgeholt. Die Merkzweckhalle wurde eingerichtet. An alles war gedacht und der Ablauf minutiös geplant. Die Schülerinnen und Schüler aus 5 Klassen staunten, als sie endlich den Spezialgast sehen konnten. Sie empfingen ihn unter grossem Applaus. Er erzählte ihnen, dass die Schritte im Weltraum Schritte für die Menschheit bedeuteten. Er führte sie in eine fantastische Welt ein. Die Schönheit der Erde und die Kenntnis über den Planeten vermochte der Wissenschaftler in die Kinderherzen zu zaubern. Seine Inspiration sei damals, 1954, von einem «Tim und Struppi»-Heft entfacht worden, berichtetet er. Begeistert erzählte er von J.F. Kennedy und seinem Satz: «Wir werden auf den Mond gehen, weil es hart ist.» Acht Jahre später, am 16. Juli 1969, war es dann soweit, als der erste Mensch den Mond betrat.

Zur Person
Claude Nicollier (Jahrgang 1944) studierte in Genf Physik und Astrophysik und liess sich dann zum Linienpilot ausbilden. 30 Jahre lang war er Hunterpilot bei der Schweizer Luftwaffe. Er arbeitete er als Wissenschaftler bei der ESA. 1977 wurde er für die erste ESA-Astronautengruppe ausgewählt. Er war bis 1999 an vier Raumflügen beteiligt. zvg

Geschichten aus dem Weltall
Nicollier erzählte, wie schön, klein, einsam und zerbrechlich die Erde sei. Die Kinder lernten, dass auf dem Mond die Sonne 14 Tage am Stück zu sehen sei. Er beschrieb ausführlich die Landschaft ohne Pflanzen und mit schwarzem Himmel und erklärte den Anwesenden das Konzept der Erdumlaufbahn. Nebenbei meinte er, dass man hier mit 28000 Kilometern in der Stunde unterwegs sei. Er wäre heute Morgen über drei Stunden mit dem Zug angereist. Als Vergleich hätte er die gleiche Strecke in 30 Sekunden zurückgelegt. Mitgebracht hatte er auch Astronautennahrung und die Erklärung, wie man im Weltraum Nahrung und Flüssigkeit zu sich nimmt.

Fragen der Schüler
Anschliessend an seinen Vortrag stellten die Schülerinnen und Schüler Fragen zum Thema Weltraum. Ein Mädchen wollte wissen, wie es sei, wenn man den Bodenkontakt verliert. Er meinte, dass dies ein sehr gutes, aber gewöhnungsbedürftiges Gefühl gewesen sei. Ein anderes Kind wollte wissen, in welchen Fächern man den gut sein sollte, um Astronaut zu werden. Geschickt wurde die Frage beantwortet, ohne zu fest auf die Selektion einzugehen. Ein Junge stellte die Frage nach dem Gewicht des Raumanzuges. Nicollier erklärte, dass der Anzug 200 Kilogramm schwer sei und nannte auch gleich noch die Bestandteile, wie Kühlsystem, Sauerstoff oder auch Batterien, wobei es im Weltall kein Gewicht, sondern nur Masse gäbe.

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