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«Der Mensch braucht die Musik»

Kreuzlingen – Mit einem besinnlichen Festakt und einem fulminanten Jubliäumskonzert feierte die Kreuzlinger Gesellschaft für Musik und Literatur ihr 100-jähriges Bestehen.

Regierungsrätin Monika Knill überbrachte Glückwünsche. (Bild: ek)

«Mit meinem Jahrgang ist es schwierig, darüber zu berichten, was sich in den vergangenen 100 Jahre alles zugetragen hat», überbrachte Regierungsrätin Monika ihre Glückwünsche an die Kreuzlinger Gesellschaft für Musik und Literatur (GML). Das lange Bestehen der Kulturgruppe zeuge jedoch von der Ausdauer der Mitglieder und gleichzeitig von dem Bedürfniss der Bevölkerung nach exklusiven Konzerten und exquisiten literarischen Lesungen. «In unserem digitalen Zeitalter gewinnt die GML mit ihrer Ausrichtung auf das Analoge so eine ganz neue Bedeutung», würdigte Knill im Namen des Kantons Thurgau die Arbeit der Vereinsmitglieder.

Auch Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass überbrachte im Namen des Kreuzlinger Stadtrats ihre Glückwünsche zum runden Geburtstag. «Mit eurem Wirken seid ihr ein Geschenk für unsere Stadt», so Raggenbass. 1917, am Ende des Ersten Weltkrieges, sei die GML in einer Zeit gegründet worden, als die Bevölkerung sicherlich noch andere Probleme hatte als Kulturmangel. «Doch gerade in solchen Zeiten braucht es Musik und Kultur um das Gemüt zu heben.»

Präsident Jörg Engeli. (Bild: ek)

Ein Tenor, in den auch Jörg Engeli, Präsident der GML, einstimmte: «Für mich ist bewundernswert, wie ein blühender Kulturverein zu solch einer Zeit entstehen konnte.» Als junger Seminarist habe er schon den hochstehenden Konzerten gelauscht und sich so für die Klassische Musik begeistert. Engeli zog einen kurzen Rückblick über die bewegte Geschichte der Gesellschaft und seiner Vorgänger. «Im Gegensatz zu früher haben wir heute weit mehr Veranstaltungsorte für unsere Konzerte», freute sich Engeli. Die Klassische Musik bleibe dabei die Domäne der GML. Gleichzeitig soll jungen Musikern die Möglichkeit für Auftritte gegeben und die Zusammenarbeit mit Konstanz weitergeführt werden. «Der Mensch braucht die Musik», zeigte sich Engeli überzeugt, dass die GML auch in Zukunft noch auf Anklang stossen wird.

Gebannt lauschten die Zuhörer aber auch die Musiker der Südwestdeutschen Philharmonie der herausragenden Solistin Soyoung Yoon. (Bild: ek)

Freud und Leid in der Musik
Nach diesen Festreden im Refektorium der PMS wurden die Feierlichkeiten in den Dreispitz verlegt. Dort wartete bereits die Südwestdeutsche Philharmonie mit einem Konzert der Extraklasse auf die Festgemeinde. Vor vollem Saal ertönten das Violinkonzert von Tschaikowsky. Solistin Soyoung Yoon, erste Geige des Sinfonieorchesters Basel, entlockte ihrem Instrument dabei Töne in solcher Geschwindigkeit und Klarheit, dass dem Publikum der Atem wegblieb.
In der anschliessenden 2. Symphonie von Rachmaninoff liess die Philharmonie aus Konstanz den Schmerz aber auch die Freude und Romantik unserer Welt erklingen. Als Zuhörer konnte man so ins Schwelgen über die verstrichenen 100 Jahre kommen.

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