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«ParkKafi» bis Ende Jahr geöffnet

Kreuzlingen – Die Geschwister Mary und Stefan Peter wollen das beliebte «ParkKafi» in absehbarer Zeit verlassen. Eigentlich hatten sie schon gekündigt, den Vertrag aber nun in Ermangelung geeigneter Nachfolger bis Ende Dezember verlängert.

Das «ParkKafi» von Mary Peter hat weiterhin geöffnet. (Bild: sb)

Wer das «ParkKafi» betritt, fühlt sich dank der Lounge-Atmosphäre beinahe in einen Agententhriller versetzt. Zeitloses Design, bequeme Sessel und die stilvolle Bar bieten ein Umfeld, in dem die Gäste gerne Kaffee und Drinks zu sich nehmen. Die schmackhafte, regionale Küche lässt zudem Feinschmecker-Herzen höher schlagen. Herzlicher Service, die zentrale Lage und Räume für Vereinstreffen sind weitere Faktoren, die das Restaurant zu einem angesehenen und stark frequentierten Lieblingsort im Städtli machen.

Kein Wunder also, dass die Gerüchteküche heftigst anfing zu brodeln, als im November eine Anzeige auf einer bekannten Immobilien-Webseite erschien. Per Inserat wurde ein neuer Pächter gesucht für einen Gastronomiebetrieb an der Hauptstrasse. Wer daraufhin bei Betreiberin Mary Peter nachfragte, bekam ohne Umschweif Auskunft: «Natürlich, ich habe im Herbst den Mietvertrag gekündigt und will mich verändern.»

Gemäss Kündigungsfrist müsste in diesem März Schluss sein. Doch verschreckte Stammgäste dürfen erst mal erleichtert aufatmen. «Weil bis jetzt keine Nachfolgerin oder kein Nachfolger gefunden werden konnte, haben wir bis Ende 2018 verlängert. Ansonsten hätte allenfalls ein Leerstand gedroht», erklärt die Gastronomin. Vor allem die Rückmeldungen ihrer Gäste habe sie zu diesem Schritt bewogen. Sie ist sich sicher: «Für viele Kreuzlinger ist es ein Bedürfnis, dass das ParkKafi geöffnet bleibt.»

Gäste wollen Parkplätze
Aufhören möchte sie trotzdem, aus mehreren Gründen: Sie will sich beruflich verändern und 2019 soll der Stadthaus-Neubau starten. Diesem Grossprojekt werden die Parkplätze auf dem Bärenplatz temporär weichen müssen. «Unsere Gäste kommen öfters mit dem Auto. Wenn es keine Parkplätze mehr vor dem Haus gibt, gehen sie woanders hin», befürchtet Peter. Auch für ihre Angestellten und weitere Berufstätige im Haus werden Parkplätze benötigt.

Umsatzeinbussen befürchtet
Sie nimmt zwar an, dass das Geschäft wieder boomen werde, wenn das Stadthaus erst mal steht. Dann wird der Bärenplatz ein öffentlicher Frei- und Grünraum oder Festplatz sein, unterbaut von einer Tiefgarage mit 250 Parkplätzen. «Aber eine zweijährige Durststrecke möchte ich dafür nicht durchstehen.» Auch bezweifelt sie, während dieser Zeit Handwerker von der Grossbaustelle als neue Kunden gewinnen zu können.

Bei der Stadt weiss man von diesem Problem und arbeitet an einem Konzept. Sobald dies steht, werden die Anwohner informiert, teilt Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass mit. «Es werden definitiv Parkplätze während der Bauzeit erhalten bleiben. Es ist derzeit aber noch zu früh, um zu sagen, wie viele und wo genau», so Raggenbass. Angedacht seien Parkflächen auf dem Bärenplatz, an der Strasse entlang und in den umliegenden Parkhäusern.

Ein Kafi mit Zukunft
Im Namen der Eigentümer der Liegenschaft Parkhof meint Rainer Keller, es wäre aussserdem möglich, im Umschwung des Parkhofs Parkplätze vor-übergehend zu kennzeichnen. Keller ist froh über die Vertragsverlängerung mit seiner Pächterin: So habe man mehr Zeit, um die Nachfolge zu regeln, was bis jetzt noch nicht abschliessend gelang. Kreuzlingen sei generell ein schwieriges Pflaster für Gastronomie geworden, gerade auch wegen der Nähe zu Konstanz. Als Hausbesitzer ist er nur an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert, möglichst mit denselben Qualitäten. «Frau Peter hat das Lokal in den vergangenen sechs Jahren richtig aufblühen lassen», lobt Keller und hebt gleichzeitig die Vorzüge des Restaurants hervor: «Die Lage ist optimal. Und das Lokal hat Zukunft: Wenn das Stadthaus erst einmal steht – und im besten Fall auch das Schwimmbad Egelsee – sind das die besten Voraussetzungen, um hier weiter erfolgreich zu wirten.»

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