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Ja zu Millionen-Projekt in Ermatingen

Ermatingen – Vergangene Woche befanden die Ermatinger über das Kreditgesuch zur Sanierung der Stedi, des Hafens mit Aussenmole und des Stegs Ost. Über 200 Anwesende gaben ihre Stimme ab.

Die Ermatinger Stedi soll bald in neuem Glanz erstrahlen. (Bild: zvg)

Das Interesse der Ermatinger an ihrer Stedi ist gross. 216 Stimmberechtigte  (10,94 Prozent der eingeladenen Stimmbürger) fanden sich am Dienstag, 27. Februar, in der Mehrzweckhalle in Ermatingen ein. Grund dafür war die Abstimmung über das 6,731 Millionen Franken teure Kreditgesuch zur Sanierung der Stedi, des Hafens mit Aussenmole und des Stegs Ost. Gemeindepräsident Martin Stuber und der zuständige Projektleiter Reto Mästinger erklärten bereits in einer Informationsveranstaltung vom 12. Februar die bisherigen Planungsschritte zur Sanierung (wir berichteten). Auch am vergangenen Dienstag wurden wichtige Eckpunkte nochmals für die Anwesenden erklärt.

Ort der Begegnung
Grundsätzlich soll mit der Stedi «ein neuer Begegnungsplatz für Ermatingen» geschaffen werden, betonte Mästinger. Deshalb wurde in der Vergangenheit auch eine 20-köpfige Planungskommission aus Vertretern von Anwohnern, Vereinen, Bootsbesitzern, sowie Gemeinde, Baufachmännern und weiteren Interessengruppen erstellt, um allen Bürgern Gehör zu verschaffen. Mästinger machte mehrmals klar, dass es bei der Stedi um ein Projekt der Ermatinger gehe und nicht um ein Projekt der Planer und man deshalb wert darauf lege, dass die Bürger sich mit dem Vorhaben identifizieren können.

Auch die zusätzliche Planungsschlaufe, verursacht durch Einwände des Amts für Natur- und Heimatschutz, wurde in Retrospektive für positiv empfunden: «Es hat sich gelohnt, dass wir diesen Planungsschritt gemacht haben. Das Projekt hat dadurch zusätzlich an Wert gewonnen», war sich Stuber sicher. Vor der Abstimmung wurden noch einige Fragen und Kritik von Seiten der Bürger geäussert. Bedenken gab es vor allem hinsichtlich der Bootsanlegeplätze. Man vermutete, dass nach Projektende weniger Bootsanlegestellen vorhanden sein werden, als das momentan der Fall ist, da das Bojenfeld Horn aufgehoben und die Boote am Steg Ost untergebracht werden sollen. Stuber dementierte diese Aussage und versicherte: «Keiner, der jetzt einen Stegplatz hat, wird seinen Platz verlieren.»

Der Besitzer des Haus Tobler äusserte sich ebenfalls kritisch zu den Ideen, dass an seinem Haus Schaufenster angebracht werden könnten. Auch Unterhaltskosten und die Beanspruchung der Schiffsländestrasse in Zeiten der Bauarbeiten wurden von den Anwesenden hinterfragt.

Grosse Mehrheit
Vor der Abstimmung wies Stuber abermals darauf hin, dass man versuche den Bürgern ein möglichst grosses Mitspracherecht zu gewähren und es jetzt gelte, dem «Herz der Gemeinde wieder ein entsprechendes Gesicht zu geben.» Die gesamten Baukosten belaufen sich laut Kostenvoranschlag auf 7,116 Millionen Franken. Ein Projektierungskredit von 385’000 Franken wurde bereits im November 2016 genehmigt, somit wurde am Dienstag über ein Kreditgesuch von 6,731 Millionen Franken abgestimmt. Zur Erleichterung des Planungsteams und aller Verantwortlichen haben die Ermatinger mit 197 Ja-Stimmen den Kredit bewilligt (14 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen). Wenn alles nach Plan läuft, soll noch diesen Herbst mit den Arbeiten begonnen werden. Unter optimalen Bedingungen rechnen die Experten mit einer Fertigstellung des Projekts bis im Sommer 2020.

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