/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Schulbank für Chauffeure

Kreuzlingen – Regelmässig besuchen die Chauffeusen und Chauffeure der Kreuzlinger Stadtbusse Weiterbildungskurse. Im diesjährigen Kursprogramm stehen Kundinnen und Kunden mit eingeschränkter physischer Mobilität im Fokus.

Stehen hinter dem erfolgreichen Organisationskonzept: (v.l.) Sandro Nöthiger, Santa Arpad, Ernst Zülle und Martin Troll. (Bild: zvg)

Jährlich transportieren 25 Buschauffeure der städtischen Buslinien über eine Million Fahrgäste. Sie fahren 505000 Kilometer, stehen während 365 Tagen oder 30700 Stunden im Einsatz und besuchen mindestens einmal jährlich eine Weiterbildung. Sie ist obligatorisch und wird von Eurobus Welti-Furrer AG organisiert, der Arbeitgeberin der Kreuzlinger Buschauffeure.

Verständnis wecken
Der Schwerpunkt der Weiterbildungen liegt im professionellen Umgang mit den Fahrgästen. Aktuell vertiefen und trainieren die Fahrerinnen und Fahrer die verbale und nonverbale Kommunikation. Zudem steht die Auseinandersetzung mit Fahrgästen auf dem Programm, die mit eingeschränkter Mobilität unterwegs sind.
Im praktischen Teil lernen und erfahren die Kursteilnehmenden, wie sich eine körperliche Einschränkung anfühlt. Mit Gewichten an den Füssen und manipulierten Brillen, die den grauen Star imitieren, trainieren sie in Rollenspielen, einerseits den Umgang mit diesen Fahrgästen und anderseits das Verständnis für sie zu entwickeln.
Auch Konfliktmanagement steht auf dem Programm. Dabei geht es um das Verhalten gegenüber Mitfahrenden, die beispielsweise ihre Beine auf den Sitzen ausstrecken oder im Bus essen und trinken.

Mehr Lebensqualität
Die stetige Weiterbildung, zu der auch das Training an den Defibrillatoren gehört, zahlt sich aus. Das bestätigt auch das Bundesamt für Verkehr, das 2017 ein Systemaudit beim Stadtbus Kreuzlingen durchführte. Die Auditoren loben die effiziente und zweckmässige Organisation.
Ausserdem machen sie positive Feststellungen zu Aus- und Weiterbildung, Fahrzeugunterhalt, Führung und interne Überwachung. «Die guten Noten sind Ansporn für eine positive Weiterentwicklung des Stadtbusses. Sie unterstreichen in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit des ÖVs, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität», betont der zuständige Stadtrat Ernst Zülle. Darüber hinaus reduziert das ÖV-Angebot den motorisierten Individualverkehr: «Weniger Verkehr bedeutet weniger Abgase, Lärm und mehr Wohn- und Lebensqualität», so Stadtrat Zülle.

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