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Seemuseum will einen Lift

Kreuzlingen – Am Donnerstag hat der Kreuzlinger Gemeinderat über drei Botschaften zu befinden. Unter anderem soll das Parlament einen Kreditantrag des Seemuseums über 800'000 Franken genehmigen. Die Verantwortlichen wollen Erdgeschoss und Kellergewölbe umgestalten sowie das Gebäude barrierefrei machen.

Am Donnerstag entscheidet der Kreuzlinger Gemeinderat über den Kreditantrag des Seemuseums. (Bild: archiv)

Am Donnerstag entscheidet der Kreuzlinger Gemeinderat über den Kreditantrag des Seemuseums. (Bild: archiv)

Das Seemuseum ist in einer historischen Kornschütte im Seeburgpark beheimatet. Das Gebäude wurde Anfang der 90er Jahre für knapp fünf Millionen Franken in Schuss gebracht. Wohnungen gibt es hier ebenfalls. Damals unterstützte die Stadt Kreuzlingen das Projekt mit 700’000 Franken. Auch den Betrieb des Museums subventioniert die öffentliche Hand seit 1998; der aktuelle Beitrag beläuft sich auf 125000 Franken jährlich. Obwohl das Seemuseum dank dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher funktioniert, ist die Leitung und einige Bereiche in der Hand von Profis.

Ihr aller Engagement hat dazu geführt, dass sich das Seemuseum zu einer weit über Kreuzlingen hinaus ausstrahlenden Institution mauserte. Es ist heute ein in der Bodenseeregion einmaliges Museum, das auch für Einheimische interessant ist. Seit einigen Jahren lockt zusätzlich das Museums-Café Ortsansässige mit schmackhaften Kuchen und Kaffee. «Auch ich gehe hier gerne hin», verriet Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass an der gestrigen Medienkonferenz.

Café trägt zum Erfolg bei
Für den Um- und Ausbau beantragte der Stiftungsrat 800000 Franken. «Er will damit die aktuellen und zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten vergrössern», beschreibt Stadträtin Raggenbass das Ziel der Arbeiten innerhalb des ehrwürdigen Gebäudes. Betroffen sind vor allem das Erdgeschoss und der Keller. Unter anderem sind ein Mehrzweckraum mit separatem Eingang für das Café und Veranstaltungen sowie die Umgestaltung des Gewölbekellers zu einem auch für Mietnutzungen attraktiven Multifunktionsraum geplant.

Der Löwenanteil der Investitionen, die sich inklusive Eigenanteil aus der Spendensammlung des Museums auf über eine Million Franken belaufen, betrifft allerdings die Barrierefreiheit. Per Lift soll das Publikum künftig in die oberen Geschosse und Ausstellungsflächen gelangen. Auf den Estrich führt ein Treppenlift, in den Gewölbekeller eine Rampe.

«Diese Massnahmen stehen schon sehr lange auf dem Wunschzettel des Seemuseums», erklärte Stadträtin Raggenbass. Hinsichtlich der Kostengenauigkeit hat sie grosses Vertrauen, denn erfahrene Planer seien an der Ausarbeitung beteiligt. «Ausserdem kommen uns unsere Erfahrungen beim Museum Rosenegg zugute», sagte sie. Das Rosenegg wurde in den vergangenen Jahren in mehreren Etappen renoviert. Beim Seemuseum sind spätestens in zehn Jahren weitere Arbeiten nötig, dann aber an Dach und Fassade.

Gemeinderat will wählen
Die Mitglieder der Sozialhilfekommission sollen neu vom Gemeinderat gewählt werden (wir berichteten). Diese Änderung geht auf eine Motion von FDP-Gemeinderat Alexander Salzmann aus dem Jahre 2015 zurück. Im Zuge dessen erarbeitete der Stadtrat ein Reglement, welches der Gemeinderat im September zurückwies. Jetzt kommt das Dokument erneut ins Stadtparlament und enthält gemäss Stadträtin Barbara Kern zielführende Ergänzungen von der vorberatenden Kommission und aus den Reihen der FDP. «Es zurückzuweisen, war gut», urteilte Kern.
Bisher hatte der Stadtrat die Mitglieder dieser Fachkommission gewählt. Zurzeit setzt sich diese aus zwei CVP- und einem SP- sowie einem Vertreter der Landeskirche und Schule und der Vorsitzenden Barbara Kern zusammen.

Sicherheitsreglement nun schlank und rank
Stadtrat Thomas Beringer rechnet sich gute Chancen aus, für das Sicherheitsreglement am Donnerstag die Zustimmung des Gemeinderates zu erhalten. Von 43 Artikeln ist es auf 20 geschrumpft.
Bereits drei Mal behandelte der Kreuzlinger Gemeinderat das Sicherheitsreglement. Zuletzt wies er es im Mai endgültig an den Stadtrat zurück. «Jetzt ist das Werk aufs Nötigste reduziert. Nur Kreuzlingen betreffende Regelungen sind darin. Gestrichen wurde, was durch übergeordnetes Recht bereits festgelegt ist», fasste Stadtrat Thomas Beringer die Überarbeitung vor den Medien zusammen.
Die Schaffung eines Sicherheitsreglements für die Stadt Kreuzlingen ist seit mehreren Jahren pendent. Erst durch dieses Reglement erhält der Einsatz privater Ordnungsdienste eine rechtliche Grundlage (wir berichteten mehrfach). Mehrere Sicherheitsfirmen lassen ihre Mitarbeiter im Auftrag der Stadt an verschiedenen Stellen in Kreuzlingen patroullieren, was in der Vergangenheit auch schon zu Konflikten führte.
Das Sicherheitsreglement bestimmt unter anderem, welche Kompetenzen die Sicherheitsmitarbeiter haben. So dürfen diese etwa nach dem Ausweis fragen oder eine Geldbusse verlangen. Sich ausweisen oder bezahlen müssen Betroffene aber nicht. Denn Ausweispflicht besteht gegenüber der Kantonspolizei, nicht aber gegenüber privaten Securities. Auch Videoüberwachung ist im Sicherheitsreglement geregelt.

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