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Dürrenmatts «Die Physiker» an der Kanti

Kreuzlingen – Die Theatergruppe der Kantonsschule Kreuzlingen hat Dürrenmatts Groteske «Die Physiker» adaptiert und am Donnerstag und Freitag, 8. und 9. März, in der Aula der Kantonsschule aufgeführt.

Die Aufführung von Die Physiker war ein grosser Erfolg. (Bild: zvg)

Dürrenmatts Zweiakter thematisiert die Verantwortung, welche Technologie und Wissenschaft gegenüber der menschlichen Zivilisation und der Gesellschaft tragen und kommt zum Schluss, dass man als brillanter Wissenschaftler nur im Irrenhaus wirklich frei ist: «Wir müssen unser Wissen zurücknehmen. Entweder bleiben wir im Irrenhaus oder die Welt wird eins.», lässt Dürrenmatt seine Hauptfigur Möbius sagen.

Seit September hat Lehrerin Sabine Kröber das Stück mit den Schülerinnen und Schülern ihrer Theatergruppe eingeübt – mit Erfolg, wie man sofort merkte: Die Aufführungen verliefen glatt und so, dass kaum Hilfe aus dem Souffleurkasten hätte beansprucht werden müssen.

Die Leistung der jungen Schauspieler imponiert sofort, das zeigt sich vor allem an der Interpretation der Hauptrollen: So wirkt die Irrenärztin Frau von Zahnd mehr und mehr verdreht, der Kommissar gesteigert abgekämpft und die drei Physiker Möbius, Newton und Einstein, welche ihr Verrücktsein eigentlich nur vorschützen, bald seelenruhig und selbstbewusst, bald täppisch und resigniert.

Dürrenmatts Tragikomödie hat dank ihrer Thematik eine ganz besondere Nähe zu Fragen, wie sie sich im Gymnasium immer wieder stellen: «Alles Denkbare wird einmal gedacht. Jetzt oder in Zukunft.»

Der Umgang mit dem schieren Wissen und die Gefahren, die es birgt, sind Fragestellungen, welche nicht isoliert zu beantworten sind und letzten Endes die Physik, die Philosophie und auch die Kunst zusammenbringen sollen – ganz im Sinne und Verständnis des Gymnasiums.

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