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Aus den Augen eines Geflüchteten

Kreuzlingen – Am Sonntag, 18. März, 11 Uhr, stellt Adolf Jens Koemeda seinen neuen Roman «Die Absicht» im Museum Rosen-egg vor. Ihm gelingt ein tiefer Einblick in die Flüchtlingsproblematik.

Koemedas «Die Absicht». (Bild: ek)

Simon Kupka «Simmi» sitzt in Untersuchungshaft. So beginnt und endet der Roman Adolf Jens Koemedas, denn er ist in Sicht des Protagonisten geschrieben. In Haft sitzend berichtet er von seiner Reise, die im fernen Bosnien beginnt. Dort wächst Simmi auf, er lernt Deutsch über das österreichische Fernsehen und spielt mit dem Gedanken, eines Tages sein Heimatland zu verlassen. Doch dann geht alles schnell, seine Freundin verschwindet, er vemutet nach Deutschland, und auch sein bester Freund Vasil sucht in Bayern Asyl. Bald erreicht ihn eine Karte aus Memmingen. Vasil rät ihm, so schnell er kann nach zu kommen, denn die Flüchtlingskrise spitzt sich zu, bald könnte es sein, dass keiner mehr über die Grenze darf. Also packt auch Simmi seinen Rucksack und fährt mit dem Zug nach Kreuzlingen, hier will er über die Grenze nach Deutschland, Richtung Nürnberg zu Vasil, doch warum landet er in Untersuchungshaft?

Innen- und Aussensicht
Koemeda überlässt das Schreiben Simmi, wodurch es ihm gelingt eine neue Sichtweise auf die Flüchtlingsproblematik zu generieren. Der junge Bosnier zeigt dem Leser seine persönliche Sicht auf andere Flüchtende, berichtet aber auch von der eigenen Perspektivenlosigkeit und seinen Erfahrungen, Hoffnungen und Wünschen. Hierbei ist er kein Sympathieträger, der Mitleid erregt, sondern eine nüchterne, nachdenkliche Person die einen ehrlichen Einblick gibt.
Dem Ermatinger Koemeda, einst selbst Flüchtling, ist ein packender Roman gelungen, welcher ungezwungen zum Denken anregt.

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