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Pagnoncini folgt auf Somm

Alterswilen/Kreuzlingen – Der Kreuzlinger GLP-Kantonsrat Klemenz Somm will sich eine Polit-Pause gönnen, Eine Rückkehr, eventuell in die Lokalpolitik, schliesst er aber nicht aus. Seine Nachfolgerin im Grossen Rat heisst Christina Pagnoncini.

Christina Pagnoncini ist in Kreuzlingen aufgewachsen und arbeitet als Gemeindeschreiberin in Güttingen. Sie folgt auf Schrofen-Chef Klemenz Somm. (Bilder: archiv/sb)

«Gesundheitlich geht es mir gut», tritt Klemenz Somm Spekulationen entgegen, seine Auszeit könne diesbezügliche Gründe haben. Vielmehr sei seine Leidenschaft für den Polit-Zirkus abgekühlt. «Klar gibt es die Doppelbelastung aus Beruf und Mandat. Hauptgrund ist aber, dass mein Feuer einfach nicht mehr so wie am Anfang lodert», erklärt er die Diskrepanz zwischen Realität und Anspruch. Langweilig wird es dem Chef des Schrofenhof jedenfalls nicht werden.

Er blickt auf 13 Jahre im Grossen Rat mit «vielen guten Begegnungen und politischen Erfolgen» zurück. Deswegen geschehe sein Austritt auch nicht aus Frust: «Wenn man mit frischem Wind und Sachkenntnis reingeht und Gefallen findet an der Lobbyarbeit, dann kann man etwas bewegen.» Kräftezehrend seien allerdings immer wiederkehrende «unsägliche Diskussionen» und «politische Machtdemonstrationen» vonseiten der FDP und SVP. Somm: «Da fehlten mir zusehends die Nerven.» Somm wird dieses Jahr 50 Jahre alt und gilt als Grüner mit grundsätzlich liberaler Denkweise. Im Kantonsrat war er anfänglich als Parteiloser bei den Grünen, später schloss er sich den neu gegründeten Grünliberalen an.

Er setzte sich gegen den Verlust von Kulturland und für das lokale Gewerbe ein. Der Verkehr brachte den ausgesprochenen BTS/OLS-Gegner einst zum Politisieren. Mit der aktuellen Situation kann er leben: «»Die Umfahrung wird in den nächsten 20 Jahren nicht gebaut – Verkehrsmanagement gewinnt an Bedeutung.» Auch sehe er mit Freude, dass der Thurgau heute bezüglich Förderung erneuerbarer Energien einen guten Schritt weiter sei. Sein Kampf gegen die Flatrate Tax endete ebefalls erfolgreich und die Verschärfung bei der Pauschalbesteuerung hat Somm wesentlich mitbestimmt. Ein Rückzug aus der Politik sei seine Entscheidung nicht, sagt der ehemalige Ständeratskandidat, «eher eine Denkpause.» Somm ist froh, dass sich nun eine jüngere und motivierte Nachfolgerin einarbeiten kann.

Das Kantonsratsmandat sei für sie eine Herzensangelegenheit, sagt Christina Pagnoncini. «Ich schätze und liebe die Qualitäten unserer Region, von der Wirtschaft bis hin zur Kultur, welche leider immer wieder unterschätzt werden.» Sie will Güttinger Anliegen im Kantonsparlament vertreten. Weiterhin sind der Mutter von zwei Töchtern der sorgsame Umgang mit der Umwelt sowie die Förderung und Bestärkung der Wirtschaft wichtig.

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