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Frühlingserwachen in Salenstein

Salenstein – In der ehemaligen Schreinerei in der Fruthwilerstrasse 14 fand vergangenen Samstag die Vernissage mit den Künstlern Susan Kopp, Christofer Kochs und Dierk Maass statt. Letzterer konnte an diesem Abend leider nicht dabei sein. Das interessierte Publikum nahm gerne die Gelegenheit wahr, mehr von den anwesenden Künstlern über die Intentionen, Gedanken und Gefühle, die hinter ihrem Werk stehen, zu erfahren.

Spannend und auch sehr gelungen war die Präsentation von den ganz verschiedenen Ausstellungsstücken der drei Künstler. Die Leiterin von The View, Antoinette d’Airoldi und Julia Hübner zeigten ein gutes Händchen, um die doch sehr verschiedenen Exponate ins Verhältnis zu setzen und sie teilweise miteinander korrespondieren zu lassen.

Susan Kopp`s Skulpturen sind figurativ oder abstrakt. Sie haben eines gemeinsam, man will sie berühren, schauen wie sie sich anfühlen, streicheln – egal ob Holz, Stein oder Metall, ob glatte oder rauhe Oberflächen. Ihre Werke wirken fliessend, schwungvoll und lebendig und strahlen trotzdem Harmonie und Ruhe aus. Das kann man auch auf ihre Malerei beziehen – veranschaulicht in Ihrem ausgestellten, grossformatigen Ölbild «Flieg». Zitat Susan Kopp «Ich haue, schleife, rasple, pinsle, modelliere …bis es greifbar wird – dann ist das Werk vollendet.»

Christofer Kochs künstlerische Schwerpunkte sind Bildhauerei und Malerei. Sein bevorzugtes Motiv – die menschliche Figur. Seine Holzskulpturen bearbeitet er mit verschieden grossen und kleineren Kettensägen und dennoch sind die Objekte erstaunlich filigran und in Details genau gearbeitet. Haben die Figuren ihre letztendliche Form erhalten, bearbeitet der Künstler die Oberflächen mit Farbe, so erhalten sie eine ganz eigene Patina und Ausstrahlung und werden, so Kochs, zum Bildträger. Sie stehen im Raum oder dienen als Wandkörper. Auch bei Kochs sehr gut zu erkennen sind die Merkmale Linie und Struktur. Er bezeichnet seine Werke als Raumzeichnungen.

In seinen Bildern finden sich Linien und Formen wieder. Interessant die Gegensätze – fliessende zum Teil leichte Farbaufträge mit teilweise starken, kantigen und spitzen Linienführungen. Die Figuren mal eher angedeutet abstrahiert und dann wieder figural real. Die Farbaufträge eher zart pastellig oder auch kräftig in schwarz/weiss. Beides – Skulpturen und Bilder erschliessen sich einem nicht auf den ersten Blick. Man muss immer wieder hinschauen, dadurch ergeben sich neue Sichtweisen.

Dierk Maass präsentiert Arbeiten aus seinen Serien «Untitled» und «Sense of Distance». Sein Handwerkszeug ist die Kamera. Seine Motive findet er auf seinen vielen Reisen und Expeditionen in die verschiedensten Erdteile. In seinen ausgestellten Werken geht es nicht um Tiefenschärfe und starke Kontraste – im Gegenteil seine Bilder verweigern dem Betrachter den klaren Blick auf die Motive. Er arbeitet bewusst mit Unschärfe. Gegenstände, Personen verschwimmen, Landschaften werden zu Farbflächen . Der Blick wird unweigerlich immer wieder vom Bild angezogen, das Auge, der Verstand versucht zu erkennen und erfährt eine Poesie aus Lichtern, Farben und Formen. Seine Bilder bieten «Projektionsflächen für Assoziationen, Fantasien, Gedanken und Erinnerungen».

Eine interessante und gelungene Ausstellung, die zu besuchen sich unbedingt lohnt. Öffnungszeiten Montag – Freitag, 10 – 18 Uhr oder auf Anmeldung. Der Eintritt ist frei. Infos: www.the-view-ch.com

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