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Biber-Fieber im Seemuseum

Kreuzlingen – Das Seemuseum widmet sich diese Saison einem kleinen emsigen Baumeister – dem Biber. Museumsbesucher erfahren bis Mitte November mehr über seinen Lebensraum, seinen Körperbau und wie er wieder zurück in den Thurgau kam.

Museumsleiterin Ursula Steinhauser und Wolf-Dieter Burkhard, Vorstandsmitglied WWF Thurgau, mit dem Präparat von Haakon (rechts). (Bild: jl)

Der Biber ist ein fleissiges kleines Lebewesen, das vor 50 Jahren wieder erfolgreich im Thurgau angesiedelt wurde. In der Schweiz wurde der Nager um 1800 komplett ausgerottet, da sein Fell und sein Fleisch bei den Leuten sehr beliebt waren. Heute steht dieser unter Naturschutz und fühlt sich im Thurgau wohl.

Die Biberausstellung «Baumeister Biber» wurde schon 2006 von den Naturmuseen Thurgau und Solothurn eröffnet und reist seitdem durch den Thurgau. «Der Biber ist ein interessanter Zeitgenosse und deshalb so beliebt», so Museumsleiterin Ursula Steinhauser. «Bei uns ist der letzte Stopp bevor die Ausstellung nach Frauenfeld zurückkehrt. Uns freut es sehr den Biber zum 50-Jährigen Jubiläum der Wiedereinsetzung im Thurgau zu Gast zu haben.» Auch der Standort Seemuseum sei laut Steinhauser ein wunderbarer Ort, um über den kleinen Nager zu erzählen. Grund dafür liefert ein Biber, der direkt hinter dem Seemuseum sein Revier hat und dessen Bauten man dort betrachten kann. In den 1960er Jahren träumten die Bottighofer Brüder Anton und Hannes Trösch davon, den Biber wieder in die Heimat zu bringen. Der frischgegründete WWF sagte den Brüdern damals zu, sie zu unterstützen. Die Bedingung: Es sollte eine WWF Sektion in Kreuzlingen eröffnet werden.

Holpriger Start
Im Jahr 1966 war es dann soweit: Ein Biberpaar aus Frankreich, Olaf und Haakon, wurden im Bottighofer Stichbach angesiedelt. Lange hielten es die beiden Tiere dort nicht aus. Haakon, den kleinen Weltenbummler zog es über Bregenz und Immenstaad bishin nach Wallhausen, bevor man ihn wieder zurückholte in die Schweiz. Leider starben beide Tiere. 1968 startete man einen zweiten Versuch – mit Erfolg. «Insgesamt wurden neun Biber im Nussbaumer See ausgesetzt», so Wolf-Dieter Burkhard, der seit über 50 Jahren im WWF-Vorstand Thurgau ist. «Mittlerweile haben die Biber – mit rund 600 ihrer Art – wieder die Ostschweiz erobert», freut er sich.

Die Sonderausstellung «Baumeister Biber. Rückkehr mit Nebengeräuschen: 50 Jahre Biber im Thurgau» startet am 28. März mit einer Vernissage um 19 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 18. November diesen Jahres. Das ganze Jahr über finden verschiedene Angebote zum Biber statt. Der nächste Familiensonntag im Seemuseum am 22. April widmet sich dem Thema «Biber – mehr als ein Schädling».

 

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