/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Die Crux mit dem Boulevard

Leserbrief – Es ist schon eine Crux mit unserem «Boulevard». Obwohl die meisten Leute unter dieser Bezeichnung eine «Prachtstrasse» verstehen, ist unsere Hauptstrasse noch weit davon entfernt. (Hermann Merz)

(Bild: archiv)

Dabei ist es nicht damit getan, dass die in gräulichen Farben gestaltete Strasse von kleinen Bäumchen, vereinzelten Pflanzkübeln und einigen Brunnen gesäumt wird, damit sie den Namen «Boulevard» verdient. So wird die ehemalige Hauptstrasse zumeist auch nur bei freundlichen Temperaturen (Weihnachtsaktivitäten einmal ausgenommen) zum Begegnungsort, indem ab und zu einmal ein Fest durchgeführt wird, einige Cafés und Restaurants auch ihre Bestuhlung im Freien aufstellen und hin und wieder Leute auf den Sitzbänken für ein kleines Gespräch verweilen. Dass die Detaillisten nicht nur am «Boulevard», sondern in ganz Kreuzlingen seit längerer Zeit einen schweren Stand haben, ist mit dem Eurokurs und der Nähe zum immer noch vielmals preisgünstigen Euroland erklärbar. Ist es denn aber den Schweizer Bürgern anzukreiden, wenn sie mit ihrem schwerverdienten Geld oder mit ihrer mickrigen AHV haushalten, damit am Monatsende im Portemonnaie doch noch ein Fünfliber übrig bleibt? Denn, wer würde diesen Menschen letztendlich helfen, in der Not über die Runden zu kommen? Die Detaillisten? Die Stadt? Weder noch.

Man sollte nach Jahren der «Wurstelei» endlich einmal den Tatsachen ins Auge sehen, dass mit dem Umbau der Hauptstrasse von Beginn an ein Wunschdenken besteht, das einfach nicht vollends in die Tat umgesetzt werden kann! Auch nicht mit einer gewissen Zwängerei. Gerade Letzteres erweckt bei mir einmal mehr wieder diesen Eindruck, indem die Stadt nun eine einjährige Versuchsphase einer neuen Verkehrsführung in Verbindung mit dem «Boulevard» vorgenommen hat, welche mich nur den Kopf schütteln lässt. Gerne würde ich hierzu die Meinungen der Detaillisten an der Prachtstrasse, aber auch der Anwohner der damit verbundenen Umfahrungen hören. Deshalb vertrete ich die Ansicht, dass im Bereich des «Boulevards» weiterhin keinerlei Einschränkung des Verkehrs vorhanden sein sollte, solange sich hierorts die Warenpreispolitik nicht zugunsten der Detaillisten verbessert. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 20 km/h finde ich ja noch vertretbar. Sogar weitere Parkfelder der blauen Zone (mindestens 15) könnten ohne Probleme realisiert werden, was sich für den Einkauf an der Hauptstrasse mit Sicherheit ebenfalls positiv auswirken würde. Stellen wir doch fair fest: Nicht alle Verkehrsteilnehmer, die den «Boulevard» benützen, sind auf dem Weg nach Konstanz oder kommen von dort zurück! Im Übrigen schliesst es ja nicht aus, dass man unsere Prachtstrasse weiterhin kurzfristig für diverse Anlässe sperren kann. So, dass der Bezeichnung «Begegnungszone» ebenfalls wieder Rechnung getragen wird. Man bedenke aber zu jeder Zeit, dass die Hauptstrasse schon immer die Haupteinkaufsstrasse in Kreuzlingen war und sie es auch bleiben sollte.

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3 thoughts on “Die Crux mit dem Boulevard

  1. Ruedi Anderegg

    Ja, man kann sehr gut zu Fuss hingehen und einkaufen. Parkplätze gibt es ja zu Häuf in der Umgebung. Etwas Bewegung tut jeder/jedem gut!

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  2. Hermann Merz

    Sehr geehrter Herr Anderegg

    Ich habe Ihren Kommentar auch in den Kreuzlinger Nachrichten gelesen und sogar eine Antwort geschrieben. Leider wurde diese nicht veröffentlicht. Sie schreiben dort von motzen und so weiter. Man hätte sich früher melden und sich darum kümmern müssen. Und eben auch das, was Sie nun oben schreiben. Natürlich tut Bewegung gut. Aber haben Sie einmal so weit gedacht, dass es Menschen gibt, die nicht mehr gut zu Fuss sind? Oder dass man bei unseren Kreuzlinger Detailisten etwas einkaufen will, das man lieber mit dem Auto transportiert? Und dass man nun teilweise gewisse Irrwege in Kauf nehmen muss, um am Boulevard ans Ziel oder nachher wieder nach Hause zu kommen? Nicht mein (unsere) Kommentare sind deplatziert – wie Sie meinen – sondern eher Ihr (nicht fair durchdachter) Kommentar.

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  3. Ruedi Anderegg

    Sehr geehrter Herr Merz
    Sie tun ja grad so, als hätte sich für gehbehinderte Menschen etwas geändert. Es gibt immer noch gleich viele Parkplätze auf dem Boulevard und in dessen Umgebung wie früher! Auch das Abholen schwerer und sperriger Sachen ist immer noch möglich. Man muss halt die Route vorher planen. Das kann von einem guten Autofahrer sicher erwartet werden. Ausserdem waren bei der Planung der jetzigen Lösung Gewerbevertreter dabei!
    Ich

    Antworten

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