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Gleiche Arbeit – ungleiche Löhne?

Kreuzlingen – Die SP reichte am 8. März ein Postulat zur Lohngleichheit für die Stadt Kreuzlingen ein. Darin fordert sie die Stadt auf, die 2016 lancierte «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» zu unterschreiben.

Die SP fordert die Stadt Kreuzlingen in einem Postulat auf, die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» zu unterschreiben. (Bild: Martin Moritz/pixelio)

«Es ist schockierend, dass seit 36 Jahren nichts geht», sagt Charis Kuntzemüller-Dimitrakoudis, Gemeinderätin und SP Mitglied. Seit 36 Jahren ist die Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweizerischen Bundesverfassung verankert und doch hat man das Gefühl, dass Frauen in mancher Hinsicht auch heute noch ungleich behandelt werden. Ein grosser Streitpunkt sind die ungleichen Lohnzahlungen. «Für mich ist es unerklärlich, dass für gleiche Arbeit, Qualifikation und Ausbildung unterschiedliche Löhne gezahlt werden», sagt die Gemeinderätin, welche das Postulat ebenfalls unterzeichnete.

573 Franken weniger Lohn
Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) gab es im Jahr 2014 im kompletten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) einen durchschnittlichen Lohnunterschied von insgesamt 16,5 Prozent zwischen Männern und Frauen. 10,1 Prozent davon könne man durch Unterschiede wie der beruflichen Stellung, dem Ausbildungsniveau oder Alter erklären. 6,4 Prozent bleiben dennoch unerklärt und entsprechen einer Lohndifferenz von 573 Franken. Im Privaten Sektor ist dieser Anteil mit 8,7 Prozent noch höher – 678 Franken pro Monat.

Mehr Transparenz
Man wolle der Stadt mit dem Postulat nicht unterstellen, dass sie ungleiche Löhne bezahle, dennoch habe man bemerkt, dass die Stadt in dieser Hinsicht noch nicht so aktiv ist wie andere Kommunen. Aus einem Bericht des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann von 2016 geht hervor, dass die Stadt Kreuzlingen bis dahin weder Lohngleichheitsanalysen beim Verwaltungspersonal, noch Lohngleichheitsanalysen bei öffentlichen Beschaffungen vorgenommen hat. Auch andere Massnahmen zur Förderung der gleichen Bezahlung blieben aus. An dieser Stelle wünscht sich die SP schlichtweg mehr Transparenz.

Im Postulat fordert die Partei unter anderem, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen müsse, indem sie die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» unterschreibe. «Die Stadt Kreuzlingen hat eine Vorbildfunktion und sollte ein Zeichen gegen Lohnungleichheit setzen», so Kuntzemüller-Dimitrakoudis. Ausserdem verpflichte sich Kreuzlingen mit der Unterschrift, für die Gleichstellung von Frau und Mann zu sensibilisieren und die Einhaltung der Lohngleichheit regelmässig zu überprüfen. Man erhoffe sich, dass durch ein Unterschreiben der Charta, in Zukunft darauf geachtet werde mit Unternehmen zu kooperieren, welche die Grundsätze der gleichen Bezahlung einhalten.

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