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Aktiv am Leben teilnehmen

Kreuzlingen – Kommenden Mittwoch, 11. April, ist Welt-Parkinson-Tag. Laut der Organisation «Parkinson Schweiz» gibt es hierzulande rund 15000 Erkrankte. In Kreuzlingen haben Betroffene und ihre Angehörigen die Möglichkeit eine Selbsthilfegruppe zu besuchen.

Heinz Kern leitet die Selbsthilfegruppe Parkinson in Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Das Parkinson Syndrom ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der im Laufe der Zeit die Nervenzellen immer mehr angegriffen werden. Sind gewisse Nervenzellen nicht mehr vorhanden, wird die Motorik beeinträchtigt. Es kommt zu Schmerzen, Schlafstörungen und psychischen Symptomen.

Seit Anfang diesen Jahres leitet Heinz Kern die Selbsthilfegruppe für Parkinson-Erkrankte und deren Angehörige in Kreuzlingen, die schon seit 1999 besteht und zur Organisation «Parkinson Schweiz» gehört. «Wir treffen uns einmal wöchentlich im Alterszentrum zum Qi Gong Turnen», berichtet der Gruppenleiter. Rund zehn Mitglieder kommen regelmässig zu diesem Treffen, das jeweils montags ab 14 Uhr stattfindet. Dabei sind laut Kern sowohl Betroffene als auch deren Wegbegleiter willkommen.

In einer amerikanischen Studie wurde kürzlich bestätigt, dass eine regelmässige körperliche Betätigung dabei hilft, die Beweglichkeit und Lebensqualität von Parkinson-Betroffenen zu verbessern. Deshalb ermutigt Kern dazu, sich gemässigt sportlich zu betätigen.Vor allem ist das Zusammentreffen aber auch ein Austausch unter Gleichgesinnten. Nach dem Turnen gibt es jeweils einen regen Austausch bei Kaffee und Kuchen. Kern, der selbst 2010 mit Parkinson diagnostiziert wurde, ist in Bezug auf die Selbsthilfegruppe besonders eines wichtig: «Bei uns werden natürlich Informationen ausgetauscht und wir unterstützen uns gegenseitig. Aber wir wollen auch eine gute Zeit miteinander verbringen und Spass haben.»

Erkrankte ziehen sich oft zurück
Die rund 70 Selbsthilfegruppen von «Parkinson Schweiz» tragen zu einer aktiveren Lebensgestaltung bei, denn viele Betroffene und deren Angehörige ziehen sich vermehrt aus der Öffentlichkeit zurück. Durch fehlendes Wissen der Bevölkerung über die Krankheit erfahren Betroffene oft Ablehnung aufgrund ihrer Symptome. Zu den typischen Symptonen gehören das Zittern, aber auch das Maskengesicht und der unsichere Gang.

Für die Zukunft wünscht sich Kern, dass Parkinson ein wenig mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung rückt. «Die Mitbürger sollten sich mehr über das Thema unterhalten und auch nicht davor zurückschrecken, Fragen an Betroffene zu stellen», meint er. Aber auch die Erkrankten selbst ermuntert er zu mehr Offenheit: «Es wäre wünschenswert, dass Betroffene am öffentlichen Leben teilnehmen können und sich nicht zurückziehen.»

Interessierte sind jederzeit eingeladen, eine Schnupperstunde zu besuchen und persönlich mit Heinz Kern in Kontakt zu treten. Er persönlich ist seit drei Jahren ein Teil der Gruppe und freut sich, dass es kein «Jammerverein» ist, sondern eine lustige Truppe, die Freude auf jeden neuen Montag macht.

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