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Der sterbende Boulevard

Leserbrief – Wir sind ein Familienunternehmen in der vierten Generation am Boulevard in Kreuzlingen. Es gab einmal eine Hauptstrasse mit vielen Geschäften, Fussgängern, genügend Parkplätzen, schönen Bäumen und natürlich auch Verkehr. Man traf sich am Samstag automatisch auf dieser Einkaufsstrasse. (Modehaus Rudolf, Maria und Pascale Jonasch, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

Dies ist Geschichte, seit der Boulevard konstruiert wurde. Immer mehr Fachgeschäfte mussten schliessen. Parkplätze fehlen. Diese waren immer ein grosser Vorteil gegenüber Konstanz. Die Eurokrise und der zunehmende Online-Handel ist zusätzlich für viele Händler das AUS. Nun, da wir alle glaubten, durch das Steigen des Eurokurses, werde es besser, kommt ein weiterer Hammerschlag! Die einseitige Sperrung des Boulevards! Seit des ersten Tages der Sperrung sind unsere Umsätze massiv gesunken. Unsere Kunden kommen nicht mehr. Sie wollen keine riesigen Umwege machen, um einzukaufen. Teilweise wissen sie nicht, wo sie überhaupt noch durchfahren dürfen.

Es ist ganz klar, dass falls dieser sogenannte Boulevard so bleiben wird, werden einige weitere Geschäfte das Handtuch werfen. Der Ruf des Boulevards als Einkaufsstrasse ist zerstört. Ist den Initianten dieser Verkehrsberuhigung überhaupt bewusst, was sie dadurch bewirken? Nämlich Vernichtung von Existenzen und zahlreichen Arbeitsplätzen! Und zwar nur, damit sie mit weniger Verkehrslärm durch den Boulevard spazieren können. Dafür gibt es viel mehr geeignete Orte zum Beispiel am See. Wollen die Initianten uns wirklich vernichten? Wollen sie eine mehr und mehr sterbende, eine bald tote Einkaufsstrasse?

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One thought on “Der sterbende Boulevard

  1. Bruno Neidhart

    Es ist schon so, dass es nach wie vor einer zweckmässigen automobilen Erschliessung der Hauptstrasse bedarf, wie verschiedene Gewerbetreibende – so auch das alteingesessene „Modehaus Rudolf“ – beschreiben (übrigens: dass es mal „schöne Bäume gab“, hat mir besonders gefallen!). Ob Parkplätze unmittelbar vor dem persönlich preferierten Zielgeschaft frei sind, ist wohl nicht immer gegeben. Oft ist erfahrungsgemäss „eine gewisse Fuss-Spanne davon entfernt“ ein freier Parkplatz ansteuern. Doch mal zum Thema im Kern: Im Prinzip begänne der automobile Zugang zum Geschäftszentrum Hauptstrasse bereits ausserhalb der eigentlichen Geschäftszone, also am Stadtrand Nord-Süd-Ost-West, weiter dann innerhalb der Stadt als (elektronische) Lenkungssteuerung zu (numerierten) „City-Parkplätzen“. Diese wären entweder unmittelbar in der Geschäftszone, oder dann unmittelbar nachgelagert der Geschäftszone nachzuweisen. Es sind dies nicht zuletzt vergleichbare gute Erfahrungen bei Besuchen anderer Städte, wo der Hinweis auf „City“ für Automobilisten nach wie vor magnetisch wirkt. Zu diesen (Kreuzlinger) Parkplätzen könnten selbstverständlich keine grossen Umfahrungen sinnvoll sein, sondern die City müsste aus allen Richtungen gut ansteuerbar bleiben. Nebenbei: Es wäre auch mal zu überlegen, ob nicht ein (elektrischer) Pendel-Gratisbus zum Beispiel zwischen Stadtbahnhof-Hauptstrasse-Löwen-St. Ulrich/Egelsee-Blauhausplatz mit vielen Zwischenhalten zu verkehren hat, um den Transport in die „Cityzone“ – und innerhalb dieser – attraktiv zu gestalten (Nur mal so eine unausgegorene Idee zwischendurch…..!).

    Es gäbe viele Möglichkeiten, die Kreuzlinger Hauptstrasse zu reaktivieren. Ein Bemühen dazu müsste bestenfalls die gesamte Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen beflügeln. Trübsal gälte nicht. Und es dürfte der Stadt auch was kosten! Auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) sollte man sich dabei nicht allzu sehr verlassen, wie die Vergangenheit aufzeigt. Es wäre sinnvoller, auf das stadteigene Kreativitätsvermögen zu setzen. Aber: Es eilt, wie M. und P. Jonasch richtig vermerken. Und wer sollte kraftvoll federführend in diesem Kontext sein?

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