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Tablet sagt dem Stift den Kampf an

Kreuzlingen – In einer von der Digitalisierung geprägten Gesellschaft muss man schon bei den Kleinsten in Sachen Medienkompetenz ansetzen. Der 2017 eingeführte Lehrplan des Kantons stellt die Kreuzlinger Schulen vor neue Herausforderungen.

Ralph Huber (links) und Markus Blättler sehen einen Mehrwert in der Einführung der Tablets. (Bild: jl)

Man muss sich nichts vormachen: «Smartphones und Tablets sind allgegenwärtig», weiss auch Ralph Huber, Schulleiter des Schulzentrums Bernegg und Teil der ICT (Information, Communication und Technology)-Kommission. Zum neuen Schuljahr 2018/2019 sollen alle Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen in Kreuzlingen mit einem persönlichen Tablet ausgestattet werden. «Das ist eine Aufgabe, welche die Schule jetzt meistern muss. In 15 Jahren könnte das schon zum Alltag gehören», meint Huber weiter.

Die Digitalisierung schlägt schon lange ihre Wurzeln, deshalb arbeiten die Schulen nun rund zehn Jahre an einem ICT -Konzept. Schritt für Schritt werden seitdem Lehrer geschult, Arbeitsmittel wie Tablets im Unterricht benutzt und die Schüler zunehmend für ein Leben mit Technologie und Internet sensibilisiert. Deshalb sollen ab der fünften Klasse künftig auch flächendeckend Medien- und Informationslektionen unterrichtet werden.

Werden Stift und Papier die Digitalisierung überleben? (Bild: jl)

Persönliche Geräte
Bisweilen stand den Lehrpersonen ein Klassensatz an Tablets für die ganze Schule zur Verfügung. Somit konnten einzelne Lehrstunden mit den Arbeitsgeräten gestaltet werden. Mit der Einführung des neuen Lehrplans im letzten Jahr wurden die Anforderungen an die Mediennutzung erhöht. Denn von klein auf sollen die Schüler lernen verantwortungsvoll mit Medien umzugehen und sie als Lernhilfe sinnvoll einzusetzen.
Da es sich dabei um eine fächerübergreifende Kompetenz handelt, macht es Sinn, die Medien in allen Fächern zu benutzten. Damit dies auch möglich ist, werden die Tablets gegen ein Depot an die Schüler der vierten Klasse ausgeliehen. «Bei geschicktem Einsatz bieten die Geräte einen Mehrwert», ist sich Markus Blättler, Präsident der ICT-Kommission und Vizepräsident der Primarschulbehörde sicher. Denn Schüler können so ihre Daten auf einem Gerät ablegen, mit bestimmten Programmen das Lernen unterstützen und man hoffe, dass sich die Geräte motivierend auf das Lernen auswirken. Mal ganz abgesehen davon, dass die Schultasche leichter wird.

Lehrpersonen in der Pflicht
«Die Lehrpersonen sind weiterhin die wichtigsten Ansprechpartner beim Thema Lernen», betont Blättler. Diese stünden dabei vor allem vor neuen Aufgaben. Neben der eigenen Einarbeitung in die Nutzung der Geräte, gilt es, diese dann auch sinnvoll in den Unterricht einzubinden.

Um den Missbrauch der Geräte zu verhindern, kann der Lehrer die Funktionen im Unterricht steuern und beispielsweise das Internet auf Knopfdruck für alle sperren. Auch die Eltern müssen in den Prozess eingebunden werden. In speziellen Elternabenden erhalten sie wertvolle Tipps zur Mediennutzung und werden angehalten, ein Vorbild im Medienkonsum zu sein.
«Die Geräte sollen auch bewusst weggelassen werden, wo es keinen Sinn macht», macht Huber klar. Denn Kunst ohne Zeichnen, Malen, Spachteln und Farbe zwischen den Fingern sei sinnlos. «Echte Materialien beinhalten Emotionen», führt er fort. Die Schülerinnen und Schüler behalten ihr persönliches Tablet bis zum Ende der sechsten Klasse. Das heisst, in den nächsten Jahren werden die Klassen vier, fünf und sechs über persönliche Geräte verfügen.

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