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Die Psyche – ein schwarzer Kasten?

Münsterlingen – Am Mittwoch, 25. April, treffen Schweizerische Berühmtheiten aufeinander: Peter Schneider, Psychoanalytiker und Satiriker, Ellen Ringier, Herausgeberin des Schweizer Eltern Magazins «Fritz und Fränzi», und Gerhard Dammann, Klinikdirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau werden über die Institution Psychiatrie diskutieren.

Peter Schneider. (Bild: zvg)

Bei vielen Schweizern gehört Peter Schneiders «Die andere Presseschau» im SRF 3 zur täglichen Dosis Radio. Auch seine Kolumne im Tagesanzeiger, in der er Fragen zur Philosophie des Alltagslebens beantwortet, ist jedem ein Begriff. Mit Satire, Kritik an Politik und Medien auszuüben, sei «ein verbreitetes Schicksal dicker Kinder mit Brille, die es im Sportunterricht zu nichts gebracht haben», meint er in gewohnt satirischer Manier. Der in Zürich lebende Psychoanalytiker hat Philosophie, Germanistik und Psychologie studiert. Am Mittwoch, 25. April, wird er in Münsterlingen der Frage nachgehen, was es mit der Black Box Psyche auf sich hat.

Da die Psyche bis heute unergründet ist, fällt es schwer psychische Krankheiten zu erforschen und diese im klassischen Sinn zu heilen. Denn anders als bei somatischen Krankheiten, deren «Funktionsweise» man verstehe, könne man bei psychischen Krankheiten oft keine kausalen Zusammenhänge treffen, so der Psychoanalytiker. Er erklärt, dass die Psyche wie ein schwarzer Kasten funktioniere, der Symptome produziere, aber keinen klaren Zusammenhang von Krankheitsursache und Therapie biete.

Ellen Ringier. (Bild: zvg)

Über die Normalität der Psychiatrie
Für den Abend in Münsterlingen erhofft sich der Satiriker «eine befruchtende Diskussion über das, was Psychiatrie ist, was sie leisten kann und was nicht.» Unter anderem soll die Veranstaltung auch aufzeigen, warum eine Psychiatrie sich so sehr um Normalität bemüht. Schneiders Meinung dazu: «Natürlich kann man behaupten, dass psychiatrische Erkrankungen ganz normale Krankheiten sind.» Aber jeder wisse oder ahne, dass sie es nicht sind, da sie das Leben eines Menschen anders als somatische Krankheiten erfassen, gibt Schneider zu. «Ich glaube je weniger man auf Normalität pocht, desto «normaler» kann die Psychiatrie in der Gesellschaft werden.»

Bunte Gesprächsrunde
Im Anschluss an das Inputreferat wird sich Schneider mit Ellen Ringier, Präsidentin der Stiftung Elternsein und Herausgeberin des Schweizer Eltern Magazins «Fritz und Fränzi», sowie dem Klinikdirektor Gerhard Dammann in einer Podiumsdiskussion über psychische Erkrankungen und die psychiatrischen Einrichtungen unterhalten. Dürfen Ursachen einer Erkrankung ausgeblendet werden? Was hat es auf sich mit der Faszination des anders sein? Wie werden Einschätzungen und Situationen von Angehörigen erlebt? In einer munteren Gesprächsrunde werden die Anwesenden genau diese Fragen beantworten.

Die rund zweistündige Veranstaltung «Black Box Psyche – Anleitung für den Klinikaufenthalt mit Peter Schneider» beginnt um 19.30 Uhr und findet im Gemeinschaftszentrum der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen statt. Weitere Informationen unter: www.pkm-kultur.ch

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