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Moderner Stratege gesucht

Ermatingen – Ermatingen sucht einen neuen Gemeindepräsidenten. Eine Interpartei hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, nach zwölf Jahren Martin Stuber einen zu finden. Bis Juni kann man bei der Findungskommission seine Bewerbung einreichen.

Suchen gemeinsam einen Nachfolger für Martin Stuber: (v.l.) Benjamin Kasper, Urs Giezendanner, Fanny Herzog, Peter Dransfeld und Thomas Ribi. (Bild: ek)

«Wir wollen eine geordnete Wahl auf die Beine stellen», erklärt Peter Dransfeld (SP) die Idee hinter der Gründung einer Ermatinger Interpartei. Bereits im Herbst 2017, nachdem klar wurde, dass Martin Stuber sich nicht mehr für die kommende Legislaturperiode zur Verfügung stellt, nahm Urs Giezendanner (FDP) die Kandidatensuche in die Hand und brachte Vertreter aller Ortsparteien an einem Tisch zusammen.

Die Vertreter aus der Ermatinger Politlandschaft wollen so der Bevölkerung für den ersten Wahlgang am 10. Februar 2019 eine Auswahl aus mehreren fähigen Kandidaten anbieten. Zusammen haben sie ein Stellenprofil erstellt und die Anforderungen an einen modernen Gemeindepräsidenten definiert.

Denn die Aufgaben haben sich seit dem Amtsantritt von Stuber 2007 gewandelt. Nach der neuen Gemeindeordnung führt der Gemeindeschreiber die operative Leitung über die Verwaltung, damit sich der Präsident mehr auf die strategische Ausrichtung konzentrieren kann. «Dafür suchen wir eine ausgewiesene Führungskraft, welche sich auf dem politischen Parkett bewegen kann», erklärt Vize-Gemeindepräsident Thomas Ribli (SVP). «Ermatingen hat mittlerweile eine Grösse erreicht, mit der man etwas bewirken könne», macht Benjamin Kasper (SVP) das Amt schmackhaft. Mit dem Radweg-Ost oder dem Umbau der Stedi stünden grosse Projekte an.

Klarer Zeitplan
Noch diesen Monat sollen die Stellen-inserate in den hiesigen Medien geschalten werden, Interessenten können sich dann bis Ende Juni darauf bewerben. Die Interpartei sondiert die Einsendungen grob und plant für Oktober eine Veranstaltung, an der sich ernsthafte Bewerber vorstellen können. Parteizugehörigkeit, Geschlecht oder derzeitiger Wohnort spielen dabei keine Rolle: «Wir sind für alle Kandidaturen offen», bekräftigt die sechsköpfige Findungskommission unisono.

Und stellt gleichzeitig klar, dass niemand das Prozedere über die Interpartei absolvieren muss. Jedem sei freigestellt, sich für die Wahl auf ganz normalem Wege über die Gemeinde aufzustellen. «Wir wollen potentiellen Bewerbern viel mehr eine diskrete und informative Anlaufstelle sein, um sich über das Amt des Gemeindepräsidenten informieren zu können», so Giezendanger. «Und falls es gar nicht passen sollte, können wir das natürlich auch rückmelden», so Fanny Herzog (FDP).

Der Grundgedanke sei jedoch, möglichst viele Personen dazu zu animieren, sich für die Wahl zu melden. Am 17. Dezember ist der offiziell letzte Termin um sich bei der Gemeinde für das Amt aufzustellen. Für den 7. Januar 2019 ist bereits eine Podiumsdiskussion angesetzt, an der man die Kandidaten auf Herz und Nieren prüfen kann.

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