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Ohne Handball kann ich nicht leben

Handball – Die Turnhalle ist unter der Woche ihr zweites zu Hause. Pashke Marku spielt seit ihrem zehnten Lebensjahr Handball und dies sehr erfolgreich. Mit ihren jungen 19 Jahren gehört sie bereits zum kosovarischen Nationalkader.

Mit der Nummer 14 spielt Pashke Marku auf der Position links aussen beim HSC Kreuzlingen. (Bild: Mario Gaccioli)

Mit vier Trainings pro Woche und einem Spiel am Wochenende hat es in Pashke Markus Leben nicht viel Platz für andere Dinge ausser ihrem Sport – dem Handball. «Handball gehört zu meinem Leben. Die tägliche Bewegung brauche ich, hätte ich eine Woche frei, wäre es mir nur langweilig», meint die 19-Jährige. Als Kind habe sie alle möglichen Sportarten probiert und Handball sei anfänglich nicht in der engeren Auswahl gewesen. «Wir sind vom Kanton Zürich in den Thurgau gezogen. Ich war überhaupt nicht glücklich mit der Situation», erzählt sie. «Meine Schwester ging in ein Probetraining beim HSC Kreuzlingen. Ich musste mit und bin bis heute froh darüber.»

Vom Ehrgeiz gepackt
Als die Familie allerdings von Kreuzlingen nach Weinfelden zog, bedeutete dies ein kurzzeitiges Ende für den Handballsport. «Schon damals hat mir ein Trainer gesagt, dass ich ein gewisses Talent habe. Deshalb wollte ich unbedingt wieder nach Kreuzlingen, um Handball zu spielen.» Nach langer Diskussion habe sie mit ihrer Mutter einen Deal gemacht. Wenn die schulische Leistung gut bleibt, finanziert die Mutter ihr ein Abonnement für die Zugfahrt von Weinfelden nach Kreuzlingen. Pashke Marku war zurück beim HSC und die sportliche Karriere ging steil bergauf. Bereits mit 13 Jahren spielte sie in der U19 Mannschaft mit deutlich älteren Mädchen zusammen.

Mit 15 Jahren Stammspielerin
«Es war eine gute Erfahrung für mich, als ich mit 14 Jahren zur ersten Damenmannschaft wechseln konnte. Doch der Start war etwas schwer», so die Flügelspielerin. Das Training sei härter gewesen, als sie es gedacht hatte. Aber trotzdem erkämpfte sie sich bereits nach einem Jahr einen Platz als Stammspielerin. «Mein absolutes Highlight war der Aufstieg der ersten Damenmannschaft in die Nationalliga A. Eine Saison kämpften wir um den Abstieg und in der nächsten stiegen wir sogar auf.»
Die Motivation und Freude am Sport kamen schrittweise. «Das Harz am Ball hat mir gefallen», erklärt Marku lachend. «Heute gefällt mir das Zusammenspiel mit dem Team. Wir haben ein kleines Feld und sind alle eng beieinander.»
Bekannt unter den Spielerinnen ist Pashke Marku als die Nummer 14 mit dem Kaugummi im Mund. «Ich weiss, man sollte keine Kaugummis kauen während dem Spiel, aber ich brauche das. Es beruhigt mich», sagt sie. Sie selbst meint zu ihrem Erfolg gehört die Stärke, sich fokussieren zu können. «Wenn ich im Spiel bin, sehe ich nur noch den Ball, das Goal und die anderen Spieler.

Klares Ziel vor Augen
Neben intensivem Training in Kreuzlingen spielt sie seit August 2017 für die kosovarische Nationalmannschaft. «Ein bisschen war der Traum immer da, für meine Heimat zu spielen. Natürlich ist auch die Schweiz meine Heimat, aber in mir schlagen zwei Herzen», so die Siegershauserin. Auch die Schweizer Nationalmannschaft klopfte bei Marku an, doch sie entschied sich für den Kosovo. Für sie ist es eine grosse Chance, im internationalen Bereich weiter zu kommen. In der Schweiz könne man vom Handball kaum leben. Aber in anderen Ländern wie Frankreich oder Dänemark sei dies durchaus möglich. Dank der Ausbildung im Sport KV kann sie Sport und Beruf optimal kombinieren. Die Zeit nach dem Lehrabschluss ist bereits geplant. «Nach meiner Lehre möchte ich nach Dänemark in eine ‹Handball-Academy›». Ihr ist klar: Für den Traum vom Profisport, muss sie früher oder später die Schweiz verlassen.

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