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SCK macht Schotten dicht

Wasserball – Die Wasserballer des SCK gehen mit Selbstvertrauen und starken Neuzugängen ins Rennen um die Meisterschaft. Gleich drei Topgoalies stehen im Aufgebot, damit das Team kein Verletzungspech mehr aus der Bahn werfen kann.

(V.l.) Neuzugänge Pablo Carballo und Dusan Aleksic mit Trainer Benjamin Redder sowie Routiniers Milan Petrovic und Marc Herzog (u.). (Bild: sb)

Der Sport schreibt manchmal verrückte Geschichten. Wie die von Yannic Dudler. Dudler war immer ein Feldspieler. Aber als Stammtorhüter Luca Henzi in der Finalrunde der vergangenen Saison durch eine schwere Schulterverletzung unerwartet ausfiel, stellte er sich kurzentschlossen für sein Team zwischen die Pfosten – und machte eine dermassen gute Figur, dass aus der Notlösung in Ermangelung eines Ersatztorhüters mittlerweile ein festes Engagement geworden ist. Dudler ist nun offiziell als Goalie für den SCK aufgestellt, darf als Stammspieler für die zweite Mannschaft der Schweizer Nati die Bälle halten und hatte auch schon Einsätze in der ersten Mannschaft. Er darf sich berechtigte Hoffnung auf eine steile sportliche Karriere machen.

Verstärkung aus Kanada
Haupttorhüter in der kommenden Heimspielsaison wird aber kein Geringerer als der Goalie der kanadischen Nationalmannschaft, Dusan Aleksic, sein. Der Wasserball-Profi wurde geholt, um den an seiner Regeneration arbeitenden Henzi zu ersetzen. «Aleksic ist die Verstärkung, welche wir uns erhofft haben», sagte Cheftrainer Benjamin Redder am vergangenen Dienstag vor der Presse mit Blick auf die Schwierigkeiten, vor welche der Ausfall von Henzi den Club stellte. Unter Druck gesetzt sieht sich Aleksic dadurch keineswegs: «Damit kann ich umgehen, das bin ich gewöhnt. Das motiviert mich sogar noch zusätzlich. Ich will zeigen, was ich drauf habe, und zusammen mit dem Team die Meisterschaft gewinnen», liess der Topgoalie wissen. Der SCK sieht sich nun in der glücklichen Lage, in den entscheidenden Spielen auf den Kanadier setzen zu können. In den weniger wichtigen Spielen kann Henzi an seinem Comeback arbeiten. Und Dudler, der durch seine Nati-Einsätze ebenfalls auf Spiele kommt, steht im Falle eines Falles auch noch parat.

Redder stockte das Team ausserdem mit einem Neuzugang von Rivale Horgen auf. Nationalspieler Pablo Carballo ist mexikanisch-schweizerischer Doppelbürger und gilt als Allrounder. Bekannte Gesicher wie Captain Marc Herzog (der auch Captain der Schweizer Nati ist) oder der zweite Profi im Team, Rechtsaussen Milan Petrovic, sind weitere Leistungsträger. «Wir wollen den Titel gewinnen», gibt Redder den auch die Parole aus. Ein Wörtchen mitzureden haben dabei allerdings die alles dominierenden Luganesen. Das erste Spiel der Saison gegen das Team aus dem Tessin verloren die Blau-Weissen knapp mit 11:8. Am 4. Mai gibt es eine Chance auf Revanche vor heimischem Publikum. Auftakt der Heimrunde ist am Sonntag, 29. April, gegen Horgen.

Die Meisterschaft, so viel steht fest, wird zwischen diesen drei Teams entschieden. Der Club ist sich jedenfalls seiner Stärke bewusst, sagte Redder. Er könne auf ein breites Kader mit jungen und leistungswilligen Spielern zurückgreifen, die hart trainieren und grösstenteils Eigengewächse sind. Besonders gut funktioniert das gemeinsame Krafttraining in der Nationalen Elitesportschule. «Es ist einfach etwas anderes, ob Spieler alleine Gewichte stemmen oder im Team, und der Trainer den Spielern noch mehr drauflegen kann», so Redder.
Doch diese komfortable Lage habe auch ihre Kehrseiten. So sei für einige Spieler Einsatzzeit in Ernstkämpfen Mangelware. Gian Rickenbach, Mike Lindner, Noah Dudler und Kristijan Gjulaj wurden aus diesem Grund an Winterthur ausgeliehen. Sie trainieren in Kreuzlingen, übernehmen aber in Winterthur bereits Verantwortung.

Dem SCK geht es auch finanziell gut: «Die Zahlen stimmen, wir sind ein gesunder Verein», berichtete Wasserball-Leiter Nicolas Weideli den Supportern von der vergangenen Mitgliederversammlung, an der ein positives Rechnungsergebnis genehmigt wurde. Er äusserte ausserdem seine Freude über die Annahme der Sanierung und Erweiterung des Egelsee-Bads. Die Wasserballer können es auf jeden Fall kaum erwarten, auch im Winter Heimspiele zu absolvieren.

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