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Weide soll noch grösser werden

Kreuzlingen – Im Streit um zusätzliche Weidefläche für die Ziegen und Schafe des Tierparks scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Eine viermal grössere Fläche als angedacht soll eingezäunt werden und den Tieren den nötigen Auslauf zu bieten. Der Tierparkverein plant indes schon ein viel grösseres Bauvorhaben im Seeburgpark.

Die Unterstände auf der südlichen Wiese stehen derzeit leer. (Bild: ek)

Über Nachwuchsprobleme kann sich der Tierpark Kreuzlingen wahrlich nicht beklagen. Vergangenes Jahr warfen Hausschwein Emma sowie Wollschwein Curly zahlreiche Ferkel, welche sich schnell zu Publikumsmagneten entwickelten. Selbst Eselmama Lily gebar die kleine Luna, welche sich seither geschickt für Besucher in Szene zu setzen weiss.
Wenn da nur nicht der leidige Platzmangel wäre. Nicht nur die Ziegen und Schafe beanspruchen die Weidewiese, auch fremde Gäste setzen dem Grün im Tierpark zu. Wildenten aus dem Seeburgpark graben mit ihren Schnäbeln die Wiese auf der Suche nach Nahrung regelrecht um und verwandeln die Rasenfläche schnell in einen Morast. «Hier müssen wir uns in Zukunft überlegen, wie wir die Wildvögel dezimieren können», so Präsident Elmar Raschle an der Generalversammlung des Tierparkvereins. In seinem Jahresrückblick, welcher mit vielen freudigen und tierischen Eindrücken gespickt war, blickte er auch auf die Geschichte der angedachten südlichen Ausweichfläche zurück.

Ein erster Anlauf erfolgte bereits im Dezember 2016. Damals war nebst der eingezäunten Wiese auch ein grosser Holzunterstand für die Tiere geplant. Nach ersten positiven Signalen seitens Stadt wurde jedoch schnell klar, dass die Fläche laut Gestaltungsplan keine Bauten erlaubt. Das Projekt wurde zusehends verkleinert, bis der Vorstand nur noch einen Hag mit Plastikunterständen als Baugesuch einreichte. Und dieses blockiert der WWF seit Anfang Jahr.
Die Argumentation der Naturschützer: Die angedachte Lösung ändere nichts an den Problemen der Tierfreunde. Denn aufgrund der geringen Platzverhältnisse fressen die Tiere zwangsläufig Kot und infizieren sich mit Parasiten. Selbst eine Ausweichfläche von 7000 Quadratmetern würde an diesem Zustand nichts ändern.

Grün ist die derzeitige Fläche des Tierparks, gelb ist die ursprünglich geplante Wiese. Die rote Fläche wird vom Stadtrat 2022 in Aussicht gestellt. (Bild: Amt für Geoinformation TG)

Viermal grössere Fläche
Nach einiger Zeit der Funkstille brachte die Stadt Kreuzlingen als Eigentümerin des Landes die beiden Parteien vergangene Woche an einem runden Tisch zusammen. Dort präsentierten die Verantwortlichen des WWFs verschiedene Alternativen, welche ihrer Meinung nach das Parasitenproblem lösen würde. Eine Option hat sich für den Tierpark mittlerweile herauskristallisiert: Die gesamte südliche Fläche soll eingezäunt werden, womit die Weide mit 25’000 Quadratmetern fast viermal grösser ausfällt als ursprünglich angedacht. «Dieser Vorschlag kam für uns überraschend», erklärte Raschle vor den versammelten Vereinsmitgliedern. Und kurzfristig: Bis zur Generalversammlung konnte der Vorstand noch nicht alle offenen Fragen abschliessend klären. Hat der Verein genügend Freiwillige? Wie werden die Tiere betreut? Und ist genug Geld dafür vorhanden? «Wir wollten die Pläne nicht unter Zeitdruck erarbeiten», erklärte Raschle, weshalb der Vorstand der Versammlung noch keine Entscheidungen zur Abstimmung präsentierte. Denn gerade die finanziellen Mittel werden in Zukunft noch eine grosse Rolle spielen. Mit einem aktuellen Gewinn von 27’640 Franken und einem über die Jahre angehäuften Vermögen von rund 400’000 Franken könnte man meinen, dass der Verein gut gerüstet sei. «Aber wir planen bereits eine Erweiterung des Tierparks auf den Tennisfeldern im Westen», blickte Raschle in die Zukunft. Diese sei von allen Seiten erwünscht und zonenkonform, sobald der Gestaltungsplan im Jahr 2022 überarbeitet ist. Für dieses Bauvorhaben wird aber mindestens eine Million Franken benötigt.

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