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Konziljubiläum bravourös beendet

Kreuzlingen – In den letzten Jahren drehte sich vieles im Thurgau um das Konstanzer Konziljubiläum. Die Verantwortlichen haben am Montag, 23. April, das Jubiläum in der Region für beendet erklärt. Monika Knill, Chefin des Departementes für Erziehung und Kultur, zieht eine positive Bilanz.

(V.l.) Daniel Wessner, Rolf Müller, Ruth Bader, Monika Knill und Claudia Thom resümierten am Montag über das Konziljubiläum im Thurgau. (Bild: Foto Gaccioli)

Vor 600 Jahren, am 22. April 1418, ging mit der Wahl von Papst Martin V. das Konstanzer Konzil zu Ende. Am Montag, 23. April, erklärte der Kanton Thurgau nun auch das Jubiläum für beendet und die Verantwortlichen waren positiv gestimmt. Allen voran Monika Knill, Chefin des Departements für Erziehung und Kultur Thurgau: «Die Art und Weise der inhaltlichen Auseinandersetzungen zu den weitreichenden Ereignissen der Konziljahre und der Vielfalt der über 90 Thurgauer Konzilsaktivitäten beeindrucken und waren in dieser Form einmalig.»

Erfolgreiche Zusammenarbeit
Dabei lobte Knill vor allem die Zusammenarbeit mit den Konstanzer Nachbarn. Es sei eine inspirierende und sehr angenehme Arbeit gewesen, die ein Bewusstsein für die gemeinsame Geschichte geschaffen hätte, so Knill. Rolf Müller, Geschäftsführer Thurgau Tourismus, war begeistert, wie gut die zum Konziljubiläum initiierten Karten zu den «Wegen des Konzils» ankamen. «Rund 10’000 Karten wurden jedes Jahr gedruckt und alle waren vergriffen», so Müller. Man denke darüber nach, das «Best of», das eine Kombination aller Wege beinhaltet, weiterhin zu produzieren.

Daniel Wessner, Leiter des Amt für Wirtschaft und Arbeit, machte auf die Wirtschaftskonzile in den vergangenen Jahren aufmerksam. Besonders das erste internationale Wirtschafts-konzil 2015 war mit 500 Besuchern sehr erfolgreich. Bei den Veranstaltungen geht es darum, die Bodenseeregion als Wirtschaftsstandort unter ein Dach zu bekommen und zukunftsfähige Impulse zu setzen, gemeinsam Probleme zu lokalisieren und zu analysieren. Vor allem möchte man sich aber auch internationale vernetzen.

Am 29. Juni diesen Jahres wird nochmals ein Wirtschaftskonzil im Bodenseeforum Konstanz stattfinden. Unter dem Thema «Modellregion für ein zukunftsfähiges Wirtschaften» tref-fen in Konstanz politische Grössen wie Günther Öttinger und Winfried Kretschmann aufeinander. Claudia Thom, Sachbearbeiterin Gesellschaft und Kultur der Stadt Kreuzlingen, war überwiegend mit dem kulturellen Angebot in der Region beauftragt und ist sich sicher, dass das Konziljubiläum noch nachwirkt: «Nachhaltigkeit war uns im Konziljubiläum besonders wichtig.»

Perspektive erweitert
Von Konstanzer Seite ist man mit dem Konziljubiläum noch nicht am Ende angelangt. Die Nachbarstadt beendet die Festivitäten am 22. Juli. Die Geschäftsführerin der Konzilstadt Konstanz, Ruth Baller, beschrieb die Kooperation mit dem Thurgau als konstruktiv, unkompliziert und ergebnisreich. «Die Zusammenarbeit mit dem Thurgau war wichtig für den Gesamterfolg des Jubiläums», stellte sie begeistert fest, denn aus ihrer Sicht wurden von der Schweizerischen Seite Lücken gefüllt, von denen man gar nicht gewusst habe, dass es sie gebe. Ein Beispiel dafür sei die Einführung des Konzilkoffers an den Schulen gewesen, mit dem man Schülerinnen und Schüler an die Geschichte des Konzils heranführen konnte.

Abschliessend waren sich die Verantwortlichen einig: «Die Perspektive auf das Konzil wurde gewandelt. Bis-her gab es nur die kirchliche Perspektive und das Jubiläum hat diesen Blick geweitet», so Bader. Man habe Akzente gesetzt auf den Alltag im Mittelalter, die weltliche und kulturelle Perspektive gedehnt und nicht zuletzt auch grösseren Wert auf den internationalen Austausch im Mittelalter gelegt.

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