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Kochendes Wasser und Balsam für die Seele

Wasserball – Am Freitagabend stieg im Freibad Hörnli das Gipfeltreffen der Wasserball Nationalliga A zwischen dem Schwimmclub Kreuzlingen und dem amtierenden Meister aus Lugano. Eine enorm umkämpfte 11:12 Niederlage aus Sicht der Ostschweizer macht die Saison vor Allem mit Blick auf die Playoffs spannend.

Mit dem Sieg vom Samstag konnte die Niederlage gegen Lugano vom Freitag besser verdaut werden. (Bild: zvg)

Einen markant besseren Start erwischte die Equipe um Coach Redder als dass sie es im Hinspiel im März taten, wo man von Beginn weg immer wieder einem Rückstand nachgerannt war. Geradezu überrascht mutete der Meister aus dem Tessin an, nachdem ihr Führungstreffer innert kürzester Zeit mit zwei Gegentoren quittiert wurde. In einen Rausch spielten sich währenddessen die Thurgauer. Offensiv zeigte sich das Team endlich in einer den Playoffs würdigen Verfassung, übte in fast jedem Angriff massiven Druck auf das gegnerische Tor aus, und vermochte es, zwingende Chancen zu kreieren und dadurch einfache Treffer zu erzielen. So spielerisch einfach es allerdings vor dem gegenüberliegenden Kasten lief, desto unsicherer und kopfloser wirkte das Kreuzlinger Team in der Verteidigung. Die erfahrenen Spieler aus der Sonnenstube brauchen bekanntlich wenig Platz und Zeit um Chancen herauszuspielen, umso fataler, wurde ihnen so viel davon gewährt.

Minuten der Verunsicherung drehen das Spiel
Mit Pablo Carballo fehlte bereits ein Schlüsselspieler des SCK zu Beginn des dritten Viertels wegen dreier schwerer Fehler. In die Centerverteidigung rückte der nicht minder talentierte Marc Herzog, bezog aber keine 30 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Hälfte bereits seinen zweiten persönlichen Fehler, und lief Gefahr ebenfalls den Gang unter die Dusche antreten zu müssen. Was darauf folgte, war eine Phase der Verunsicherung. Während Offensiv die Leichtigkeit verloren ging, kollabierte die Defensive, nicht zuletzt wegen des Personalmangels. Die Schweizermeister aus der Südschweiz konnten sich innert gut vier Minuten einen vier Tore Vorsprung erkämpfen, ehe Headcoach Benjamin Redder die Notbremse in Form eines Time-Outs betätigte, und seinen Spielern Mut zusprach. Mit dem Start ins letzte Viertel bündelte die junge Mannschaft um Captain Marc Herzog nochmals all ihre Kräfte, kämpfte sich bis auf ein Tor zurück, ehe das berühmte Quäntchen Glück in einer brisanten Szene zwei Sekunden vor Schluss fehlte, den Ausgleich noch zustande zu bringen.

Die Playoffs sind lanciert
Auch wenn es für die Kreuzlinger Wasserballer nun schon die zweite Niederlage in zwei Spielen gegen die Luganesi abgesetzt hat, darf man nach diesem Aufeinandertreffen gespannt auf den Sommer sein. Am Freitagabend nämlich präsentierte sich die junge Mannschaft vom Bodensee nämlich als talentiert, selbstbewusst und heiss auf den Titel des Schweizermeisters, die Ausgangslage ist nun ausgeglichener denn je.

 Balsam für die Seele am Samstag
Es ist hart, nach einem nervenaufreibenden Spiel mit unglücklichem Ende wieder aufzustehen und weiterzumachen, als wäre die Enttäuschung vergessen. Die Wasserballer des SCK aber haben dies souverän, als Mannschaft und ehrenhaft getan. Nach der 11:12 Niederlage gegen Lugano am Vorabend gastierte am Samstag mit dem SV Basel ein weitaus harmloserer Gegner, bei dem es galt, sich selbst zu belohnen und die Wunden vom Freitag mit neu gewonnenem Selbstvertrauen zu behandeln. Mit 24:5 setzt es den höchsten Sieg der diesjährigen Saison überhaupt ab.

Ungebrochen schien der Wille von Trainer Redder’s «Jungs», sich in diesem Spiel keine Blösse zu geben. Vom ersten Angriff an spielten sie offensiv abgeklärt, souverän und ungeahnt organisiert. Missverständnisse gröberer Art, wie man sie in den ersten Spielen der Saison vielfach sah, leisteten sie sich keine. Es sah aus, als wollten sie den angereisten Fans zeigen, wie einfach Wasserball sein kann. Die Equipe vom Bodensee erzielte kontinuierlich Treffer, in fast regelmässigen Abständen musste der Basler Torwart hinter sich greifen, während seine Feldspieler nur sporadisch, ja fast zufällig zu Chancen, geschweige denn zum Torerfolg kamen.

Ohne dass der Sieg jemals in Frage gestanden hätte, leisteten sich die Kreuzlinger aber auch nicht den Luxus, sich nach der Hälfte auf ihrem komfortablen 9:3 Vorsprung auszuruhen. Was folgte war eine Spirale, die für die Heimmannschaft nach oben, für die Gäste nach unten führte. Scheinbar mit jeder Minute wurden die Gastgeber selbstbewusster und gefährlicher, während sich die Basler gegenseitig die Luft aus den Reifen liessen. Das Schaulaufen der Ostschweizer gipfelte im dritten Viertel, das mit 9:0 endete. Der Kantersieg sorgte für eine ausgelassene Stimmung im Schwimmbad Hörnli, wo nur ein Tag zuvor das Wasser kochte.

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