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Trotz Heimsieg abgestiegen

Handball – Die Kreuzlinger Handballerinnen müssen sich trotz eines 26:24-Achtungserfolgs über Tabellenführer Yellow Winterthur aus der Nationalliga A verabschieden.

Sven Stöckli, Kreuzlinger Repräsentant des Mobiliar, überreichte der HSC-Topscorerin Martina Strmsek und Sportchefin Irena Singer-Duhanaj den Check für die Nachwuchsförderung des HSC Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Die Enttäuschung war bei den Thurgauerinnen riesig. Sie sassen noch Minuten nach dem Abpfiff auf der Auswechselbank oder dem Hallenboden. Die Köpfe unter den Spieldresses oder hinter den Händen versteckt. Es flossen Tränen. Bis zuletzt hatten sie daran geglaubt, den Ligaerhalt im letzten Saisonspiel doch noch zu schaffen. Das Team von Cheftrainerin Kristina Ertl zeigte gegen den Leader aus Winterthur, der die Partie alles andere als auf die leichte Schulter nahm und überhaupt keine gutnachbarschaftlichen Geschenke verteilte, eine überaus couragiert Leistung. Schon bei Halbzeit war jedoch klar, dass das punktgleiche GC Amicitia Zürich beim inferioren Schlusslicht in Yverdon das Torverhältnis zu seinen Gunsten wird wenden können. Am Ende feierten die Zürcherinnen gegen die überforderten Romands einen 35:17 (16:9)-Kantersieg und machten damit die letzten 30 Minuten in der Auf-/Abstiegsrunde für den HSC Kreuzlingen zu einer «mission impossible». Schliesslich fehlten den Thurgauerinnen schliesslich acht Treffer zum angestrebten Ligaerhalt. Nach dem verdienten Sieg über den Erzrivalen aus Winterthur durften sich die Hafenstädterinnen wenigstens den anerkennenden Applaus ihres Publikums abholen. Über 400 Zuschauer waren trotz des herrlichen Frühlingswetters in die Sporthalle Egelsee gekommen, um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Zumindest in einer Statistik führt der HSC die Rangliste in der Auf-/Abstiegsrunde hochüberlegen an: Kein anderes Team absolvierte seine Heimspiel vor so vielen Zuschauern!

Topscorerin beendet Karriere
Somit spielt der HSC nach zwei SPL1-Saison ab September wieder in der zweithöchsten Spielklasse. Gleichzeitig wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern. Topscorerin Martina Strmsek verlässt den Club und wird ihre erfolgreiche Spitzenhandball-Karriere im Alter von 35 Jahren wohl beenden. Auch Kreisläuferin Jennifer Grathwohl hängt das HSC-Dress an den Nagel. Die Deutsche wird mit dem Playoff-Finalisten Spono Eagles Nottwil in Verbindung gebracht. Kürzer treten wollen auch die zuletzt von grossem Verletzungspech verfolgte Sara Bailon und Jacqueline Maier. Carmen Siller kehrt aus privaten Gründen nach Deutschland zurück. Ansonsten haben jedoch alle Spielerinnen signalisiert, dass sie auch in der SPL2 für den HSC spielen wollen. Die sportliche Leitung mit Sportchefin Irena Singer-Duhanaj an der Spitze will für die nächsten Saison eine zumindest gleichwertige Mannschaft zusammenstellen. Ein guter Mix aus jungen Talenten und routinierten Leistungsträgerinnen»Natürlich waren wir unmittelbar nach dem Abpfiff allesamt am Boden zerstört. Aber wir stehen wieder auf und werden im nächsten Jahr den sofortigen Wiederaufstieg anstreben,» betont Singer-Duhanaj. Sowohl in der SPL1-Hauptrunde (5. Rang) als auch in der Schlussphase der Auf-/Abstiegsrunde (4 Siege aus den letzten 5 Partien) hat die Mannschaft gezeigt, dass sie das Potenzial dazu besitzt, wenn das eher dünne Kader keine gravierenden Ausfälle zu beklagen hat.

Beachtliche Leistung
Der HSC Kreuzlingen geriet in der «Finalissima» gegen Leader Yellow Winterthur nur einmal in Rückstand. Dank einer sehr starken Abwehrleistung konnte die Ertl-Truppe das Blatt aber schnell wieder wenden. Bei Halbzeit führte sie mit 11:9. In der zweiten Halbzeit pendelte sich der Vorsprung des HSC bei einem bis maximal vier Treffern ein. Nach dem 25:22 durch Pahske Marku gut drei Minuten vor Schluss schien die Partie entschieden. War sie aber nicht. Denn Yellow verkürzte 40 Sekunden vor der Sirene nochmals auf 25:24. Schliesslich war es Topscorerin Strmsek vergönnt, mit ihrem insgesamt 12. Treffer die siegreiche Saisondernière des HSC sicherzustellen.

HSC Kreuzlingen – Yellow Winterthur 26:24 (11:9)
SH Egelsee. – 420 Zuschauer (Saisonrekord). – Sr. Meier/Fässler.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 5-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Kreuzlingen: Roganovic (1.-60./9 Paraden), Hajduk (für 1 Penalty), Stein; Grathwohl (1), Scherrer, Strmsek (12/6), Klein, Weidmann (3), Siller (1), Marku (4), Winger (3), Sivka (2), Maier, Rothacker.
Winterthur: Zaugg (1.-35./3 Paraden), Pöcze (35.-60./3); Berthelsen (8/4), Randers, Bölsterli (3), Von Arx, Jugovic (4), Kellerhans, Kashani, Mössner, Manser (3), Feller (5), Gwerder (1), Hälg.
Penaltystatistik: Kreuzlingen 6/7, Winterthur 4/5. – 4./1:0 Randers scheitert an Roganovic; 8./1:0 Strmsek schiesst an den Pfosten.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Singer-Duhanaj, Bailon (beide verletzt) und Biegel (überzählig). – Vor dem Spiel verabschiedete der HSC die Spielerinnen Bailon, Grathwohl, Maier, Siller und Strmsek.

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