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Programmieren ja, Informatik nein

Kreuzlingen – Der Kantischüler Christian Geyer hat es auf den elften Platz der Schweizer Informatik Olympiade geschafft, obwohl Informatik nicht zu seinen Lieblingsfächern zählt.

Christian Geyer erreichte den 11. Platz an der Informatikolympiade.
(Bild: jz)

Vor ihm stehen die Maturaprüfungen. Doch sein Abschlussjahr hat bereits andere spannende Erlebnisse eingebracht. Christian Geyer hat sich für die SOI (Swiss Olympiad in Informatics) qualifiziert, obwohl der 18-Jährige vom Fach Informatik nicht begeistert ist. «Ich wollte lieber an die Matheolympiade», sagt er. «Aber es wurde in der Klasse demokratisch abgestimmt und die Mehrheit war für Informatik.» Durch diesen Klassenbeschluss erlernte Geyer das Programmieren: «Einfach gesagt, ist es wie das Lösen von logischen Aufgaben. Also wie in der Mathematik.»

Trainingscamp im Engadin
Die SOI ist ein Wettkampf innerhalb der Schweiz. Er besteht aus drei Teilen. Die Aufgaben werden von Runde zu Runde schwieriger und die Prüfungszeiten immer kürzer. «Am Anfang konnten wir die Aufgaben zu Hause lösen und mussten im Anschluss die geschriebenen Programme einsenden. Da hatten wir noch viel Zeit», erklärt der Schüler. Die Runden zwei und drei fanden in Zürich statt. «Es durften nur die besten 24 Schüler an der zweiten Runde teilnehmen.»

Im Programmierwettkampf geht es darum, Programme zu schreiben, die einen logischen Fehler beheben. Ein Beispiel dafür ist: Man hat ein Zugbillett und der Computer soll einem die schnellste Verbindung von A nach B heraussuchen. Dafür wird in Programmiersprache ein Algorithmus geschrieben, den der PC lesen und nutzen kann. Für die Vorbereitung gab es ein Trainingscamp. Geyer durfte für eine Woche nach Ftan ins Unterengadin. Dort gab es spannende Vorträge und er konnte die anderen Teilnehmer kennenlernen.
Geyer war mit dem 10. Zwischenrang zur finalen Runde zugelassen. «Es war anstrengend aber auch ein cooles Gefühl», sagt er. Mit den zwölf Besten der Schweiz absolvierte er viermal fünf Stunden an Aufgaben. Am Ende erreichte er den elften Platz und durfte sogar eine Bronzemedaille entgegennehmen. «Es bekommen alle eine Medaille, die die letzte Runde erreicht haben.» Die besten vier erhielten eine Goldmedaille und dürfen zusätzlich an der internationalen Olympiade für Informatik antreten.

Zukünftiger Ingenieur
Für Christian Geyer ist der elfte Platz ein absoluter Erfolg, da er bis vor zwei Jahren noch nichts mit Informatik am Hut hatte. «Ich bin in Portugal aufgewachsen und vor zwei Jahren nach Kreuzlingen gekommen.» Mathematik sei schon immer sein Lieblingsfach gewesen. «So war es grosses Glück, dass ich die MINT-Klasse (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) der Kantonsschule besuchen konnte.» Erst hier in Kreuzlingen kam er dem Fach Informatik etwas näher. Wobei es ihm auch heute nicht so viel Spass mache, nur das Programmieren gefalle ihm.» Neben der Mathematik betreibt Christian Geyer sehr gerne Sport. So hat er einen guten Ausgleich zwischen Körper und Geist.

Nun heisst es für den Schüler pauken. Die Maturaprüfungen stehen vor der Tür. Während er sich im Fach Mathematik keine Sorgen macht, muss er in den Sprachen noch einiges lernen. Doch er sei gut im Zeitplan, meint Geyer. Nach der Kanti geht es für ihn an die Universität Zürich. «Ich habe mich für das Studium Maschinenbauingenieur entschieden. Das verbindet die meisten meiner Stärken.»

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