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Vorbildliche Energiepolitik in Kreuzlingen

Kreuzlingen – Die Stadt Kreuzlingen steckt sich hohe Ziele, wenn es um energiepolitische Fragen geht. Diese Ansprüche zahlen sich aus: Erneut erhielt Kreuzlingen gute Bewertungen im Rahmen des Schweizer Programms «Energiestadt».

(V.l.) Stadtrat Ernst Zülle und Gunter Maurer, Energiebeautragter der Stadt Kreuzlingen sind guter Dinge, das Energiestadt Label Gold zu erreichen. (Bild:jl)

Seit 2006 ist Kreuzlingen eine von der Organisation «energie schweiz» zertifizierte Energiestadt. Im Abstand von vier Jahren erfolgen sogenannte Re-Audits, in denen die Anstrengungen in Sachen Energie und Umwelt geprüft und bewertet werden. Die Stadt Kreuzlingen kann sich dieses Jahr über eine Bewertung von 73 Prozent freuen. Ab 75 erreichten Prozentpunkten kann man sich mit dem Label «Energiestadt Gold» krönen. Diese Auszeichnung unterstreicht die engagierte Arbeit in Richtung nachhaltiger Zukunft. Stadtrat Ernst Zülle ist sicher: «Den Goldstatus werden wir beim Re-Audit 2022 locker erreichen.» Die Begründung dafür sieht der Politiker vor allem in den Investionen stadteigener Liegenschaften.

 

«Ein bunter Strauss von Massnahmen»

Die Bewertung durch «energie schweiz» beruht auf sechs Säulen und beinhaltet laut Zülle «einen bunten Strauss von Massnahmen». Die erste Säule bildet die Entwicklungsplanung und Raumordnung, dazu gehören vor allem Richtlinien und Kontrollen in Sachen Bau. Die zweite Säule bilden die kommunalen Gebäude und Anlagen, deren Energiebilanz man stetig zu verbessern versucht. Auch die Versorgung und Entsorgung spielt für das Audit eine grosse Rolle und macht mit einer Gewichtung von 20,8 Prozent den grössten Teil der Bewertung aus. Die vierte Säule ist die Mobilität, darunter fällt vor allem der öffentliche Verkehr, die Infrastruktur, sowie die Anzahl der Parkplätze.

Die interne Organisation fällt mit 8,8 Prozent am geringsten ins Gewicht. Zu ihr zählen das Controlling, die Weiterbildung und das Beschaffungswesen der Stadt. Die letzte Säule bildet die Kommunikation und Kooperation. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, aber auch Beratungsgespräche der Stadt für private Liegenschaftsbesitzer, die gerne sanieren möchten. Auch Gunter Maurer, seit zehn Jahren Energiebeauftragter der Stadt Kreuzlingen, ist zuversichtlich im Hinblick auf weitere Fortschritte. Für ihn zählt vor allem die Kommunikation. Dabei betont er, dass eine Stunde Energieberatung für Bürger deshalb auch stets kostenlos und neutral von Seiten der Stadt angeboten werde.

Die Stadt als Vorbild

Bei den kommunalen Gebäude, die mit 15,2 Prozent in die Gewichtung fallen, gibt es noch Potential. Genau da möchte die Stadt Kreuzlingen anknüpfen und ein Vorbild in Sachen Energieeffizienz sein. Deshalb denke man in nächster Zeit daran, das Schiesser Areal und das Salmannsche Haus zu dämmen, das neue Stadthaus werde 2000 Watt kompatibel sein und auch der Neubau am Egelseebad werde Minergie-Vorgaben entsprechen, so Maurer.

Um eine bessere Energieeffizienz zu erreichen, investiert die Stadt jedes Jahr eine halbe Million Franken in ihre Liegenschaften. Dabei gehe man in drei Schritten vor: Zuerst versucht man, die Energieeffizienz zu steigern, setze dann auf die Reduktion des fossilen Energiebedarfs und zu guter Letzt versucht man, wann immer möglich, erneuerbare Energien hinzu zu bauen. Erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang die Reduktion des Energieverbrauchs auf ein Drittel am Werkhof oder auch die Solaranlage auf dem Dach des Schiesser-Areals. Dennoch muss man auch Lösungen für alte Gebäude wie das jetzige Stadthaus oder die Bauverwaltung suchen.

Laut Zülle lohne sich eine Investition in eine Sanierung sowohl für private Hauseigentümer als auch die Stadt. Die Liegenschaft sei dann mehr wert, die Nebenkosten sinken und obendrauf werde Arbeit in der Region generiert, so der Vorsteher des Departements Bau. Mit ein wenig mehr Massnahmen hätte man die 75 Prozent vermutlich in diesem Audit schon erreichen können, meint Stadtrat Zülle. Doch man möchte mit einem grossen Satz in das Goldlabel starten: «Wir wollen ein glänzendes Gold erreichen», sagte Zülle, der nach eigenen Angaben auch privat in einem «Wohlfühlhaus» mit sehr wenig Energieverbrauch lebt.

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