/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Gestorben wird später

Kreuzlingen – Wie weiss man heute, wieviele Menschen sich in 20 Jahren beerdigen lassen? Die katholische Kirchgemeinde hat ihre Friedhofssituation genau analysiert und plant neue, moderne Grabkammersysteme.

Das neue Kiesfeld am Friedhof Bernrain ist nur eine Übergangslösung. 2020 soll ein Grabkammersystem im Untergrund liegen. (Bild: ek)

«Die Friedhofsplanung ist eine langfristige Planung», stellte Kirchenpfleger Simon Tobler die Überlegungen zur künftigen Gestaltung der katholischen Gräber vor. Seit einem Jahr arbeitet Tobler an einem Friedhofskonzept, welches die Kirchenvorsteherschaft von Kreuzlingen-Emmishofen nun verabschiedet hat. Daraus hervorgegangen sind nicht nur neue Grabplatzgebühren für konfessionslose oder auswärtige Verblichene, sondern auch eine Platzbedarfsanalyse für die kommenden 20 Jahre. «Wenn wir ein Friedhofsfeld definieren, bleibt dieses erstmal für 50 Jahre gesperrt», betonte Tobler, wie wichtig die derzeitige Weichenstellung sei. Bei seiner Analyse kam Erstaunliches zutage: Nur drei Viertel aller Kreuzlinger Katholiken lassen sich auf den beiden hiesigen Friedhöfen begraben. Bis 2040 rechnet die Kirchenvorsteherschaft mit insgesamt 793 Bestattungen. Zwar werden Einzelgräber nach 20 Jahren abgerufen und machen Raum für neue Verstorbene, dennoch zeichnet sich vor allem in St. Ulrich ein Platzmangel ab.

An beiden Ruhestätten sind neue Grabfelder mit modernen, aber teuren Grabkammersystemen angedacht. Denn der lehmhaltige Boden von Kreuzlingen ist tückisch. Die Überreste von Verstorbenen bleiben teilweise jahrzehntelang konserviert. Die Begräbnismethode mit Beton-Sarkophagen und natürlichem Verwesungsmittel löse dieses Problem. «Das sind grössere Investitionen, welche der Stadtrat und das Kirchenvolk erst noch bewilligen müssen», gab Tobler die weitere Marschrichtung bekannt.

Einen Ehrenplatz erhalten Persönlichkeiten mit speziellem Bezug zu Kreuzlingen oder der Kirchgemeinde. Sie dürfen ewig in den historischen Grabfeldern ruhen. Für die Pflege dieser Gräber, welche teils aus dem 17. Jahrhundert stammen, kommt die Kirchgemeinde auf.

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