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Pflege fürs Kirchgemeindehaus

Kreuzlingen – Die evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen muss sich von ihrem Kirchenpfleger Kurt Schweizer verabschieden. Als Nachfolgerin wird den Kirchbürgern nächsten Montag Marianne Pfändler vorgeschlagen. An der Kirchgemeindeversammlung müssen sie zudem über einen happigen Projektierungskredit für die Erneuerung des Kirchgemeindehauses befinden.

Marianne Pfändler soll die Nachfolge von Kurt Schweizer antreten. Dieser geht nach 17 Jahren als Kirchpfleger in den Ruhestand. (Bild: ek)

Die evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen wartet mit einem Stilbruch auf: Die angedachte Kirchenpflegerin kommt nicht aus Kreuzlingen. «Ich bin fest in meiner Gemeinde verwurzelt», stellt Marianne Pfändler aus Sommeri klar. Die aus mehreren Kandidaten hervorgegangene Betriebswirtin überzeugte die Kirchenvorsteherschaft dennoch mit ihrer Bewerbung. Mit der evangelischen Kirche ist die Quereinsteigerin von klein auf verbunden. Ihre Familie im Toggenburg verwaltet eine Stiftung aus dem 16. Jahrhundert, welche an angehende Priesterinnen und Priestern Stipendien verteilt.

Pfändler soll die Nachfolge von Kurt Schweizer antreten. Er hat über 17 Jahre die Kirchgemeinde geprägt und geht im Sommer in Pension. Die dreifache Mutter freut sich, bereits ab August die anspruchsvolle «Scharnier-Funktion» in der Gemeinde ausüben zu düfen. Denn einerseits muss die Kirchenmanagerin die Finanzen im Auge behalten, andererseits dient sie als Ansprechperson für interne und externe Probleme. Gerade in Sachen Finanzen kommt mit der Sanierung und Erneuerung des Kirchgemeindehauses ein Grossprojekt auf die 39-Jährige zu.

Keine gewöhnlicher Umbau
Denn nicht nur über ihre Anstellung stimmen die Kreuzlinger Kirchbürger kommenden Montag ab. 584’000 Franken soll für die Planung bewilligt werden, damit die Architekten von Lauener Baer das Kirchgemeindehaus wieder in Schuss bringen und zu einem Begegnungsort umbauen können. «Eine happige Summe», bestätigt Kirchenpräsident Thomas Leuch, «doch wir wollen genau abklären, was bei der Renovation auf uns zukommt.» Denn das Kirchgemeindehaus ist am Ende seiner Lebensdauer angelangt, gerade diese Woche hat das Dach über dem grossen Saal leck geschlagen. «Wir wollen kein Flickwerk», so Leuch über die angedachte Totalsanierung.
Hinzu kommt, dass die Normen in Sachen Brandschutz und Barrierefreiheit sich über die vergangenen Jahrzehnte verschärft haben. Auch wird das Haus im Präriestil aus dem Jahr 1961 derzeit unter Denkmalschutz gestellt.

«Hier kann man nicht mit normalen Kennzahlen arbeiten», erklärt Architekt Brian Baer die ungewohnt hohen Projektierungskosten. So sei es zum jetzigen Zeitpunkt auch äussert schwierig, Aussagen über die schlussendlichen Kosten zu treffen. Ein grosses Planungsbudget zu sprechen gebe jedoch die Möglichkeit, intelligente Lösungen zu finden. «Derzeit gehen wir davon aus, nicht alles Planungsgeld zu brauchen», so Baer.

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