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Das Eigenkapital in Bottighofen schmilzt

Bottighofen – Einbrechende Steuereinnahmen, überdurchschnittlich viele Todesfälle und schlechtes Wetter wirkten sich in Bottighofen auf die Jahresrechnung 2017 aus. Die Gemeinde stellte die Rechnung am vergangenen Mittwoch im Dorfzentrum vor.

Die Rechnung von 2017 wurde in Bottighofen einstimmig angenommen. (Bild: jl)

«Ein Einbruch der Steuereinnahmen ist tatsächlich eingetroffen», erklärte Urs Siegfried, Gemeindepräsident von Bottighofen. Grund dafür ist die Altersstruktur der Bottighofer: Immer mehr ältere Leute im Dorf sterben und somit sinken die Steuereinnahmen. Das sei in den kommenden Jahren wohl nicht mehr ohne Steuererhöhung zu stemmen, so Siegfried weiter. Insgesamt befanden die 61 Stimmberechtigten über einen Aufwandsüberschuss von 258596 Franken, der den budgetierten Aufwandsüberschuss von 383500 Franken um 104904 Franken unterschritt. Die Anwesenden stimmten der Eigenkapitalbelastung einstimmig zu. Das Eigenkapital der politischen Gemeinde beläuft sich zum Abschluss der Rechnung am 31. Dezember 2017 deshalb auf 15811951 Franken.

Gründe für das negative Jahresergebnis gab es über den Steuereinbruch hinaus einige. So musste beispielsweise im Werkhof eine Heizung ungeplant ersetzt werden. Auch die Arbeiten am Strandbad Röösli verursachten aufgrund von schlechtem Wetter und mutwilliger Beschädigung des Volleyballfelds Mehrkosten von fast 20000 Franken. Die erneute Abänderung des Rahmennutzungsplans nannte Siegfried «eine fast unbedeutende, redaktionelle Änderung», welche durch den Kanton gewünscht war. Genauer ging es dabei um die Beschreibung der Wohnzone am See. Das kantonale Departement für Bau und Umwelt brachte ein, dass die Gemeinde zwar vorgeben könne, Buschwände, Lebhecken und Erdwälle nur bis 1,10 Meter Höhe zuzulassen, aber man könne nicht vorschreiben, dass Grundeigentümer besagtes Gewächs auch periodisch zu lichten habe. Diese Passage wurde dementsprechend aus dem Plan entnommen. Hinzugefügt wurde noch explizit, dass ein Attika- oder ein Dachgeschoss in Form eines Giebel- oder Walmdaches zulässig sei. Auch die Änderungen am Rahmennutzungsplan wurden einstimmig genehmigt.

Ausserdem machte der Gemeindepräsident auf die erhöhten Kosten des Baus Badi Röösli aufmerksam. Die Bise und der Fund von Asbest verzögerten den Bau im Frühjahr. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Bau bis 31. Mai abgeschlossen und der Betrieb soll am 15. Juni wieder aufgenommen werden. Besonders freue man sich, dass die Lehrlinge der Firma Erni mit den Auszubildenen im Werk zwei Feuerstellen in der Badi erstellten, so Siegfried. Eine weitere «teure Angelegenheit» folge im Hafen: Dort richtete die Bise und das Eis einen Schaden an der Spundwand an, der in naher Zukunft von Berufstauchern geprüft wird, um zügig reagieren zu können. Für die Legislatur 2019/2023 kündigte der Gemeindepräsident, der bereits seit 1. Januar 1994 im Gemeinderat ist, an, dass er nicht mehr zur Wahl stehen werde. Bis 1. Oktober können sich Kandidaten in der Bottighofer Gemeinde melden. Der erste Wahlgang findet am 25. November diesen Jahres statt.

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One thought on “Das Eigenkapital in Bottighofen schmilzt

  1. Bruno Neidhart

    Wie wärs, wenn sich Bottighofen der Stadt Kreuzlingen anschliessen würde? In wesentlichen Teilen der Infrastruktur, wie sie heute ein modernes Gemeinwesen anbieten muss, ist Bottighofen schon seit Langem mit Kreuzlingen verbandelt. Auch urban ist längst von einem gemeinsamen Siedlungsgebiet auszugehen. Zusammengehörigkeit könnte entsprechend Kräfte bündeln.

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