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Einstecken, laden und losflitzen

Tägerwilen – Zwei Parkplätze beim Tägerwiler Gemeindehaus haben vor kurzer Zeit einen auffälligen, grünen Anstrich erhalten. Seit vergangenem Mittwoch können an dieser Stelle erstmals öffentlich E-Autos aufgeladen werden.

Hanny Fischer tankte am Mittwoch als erste das Auto in Tägerwilen auf. (Bild: jl)

«Was schon länger im Gemeinderat beschlossen und letztes Jahr leider noch nicht umgesetzt wurde, ist jetzt soweit», leitete Markus Thalmann am Mittwoch die Eröffnung der ersten E-Tankstelle in Tägerwilen ein. «Eine Ladestation an der alle gängigen E-Auto-Modelle aufgeladen werden können», ergänzte Matthias Murer, Technischer Leiter Werke in Tägerwilen. «Uns war es wichtig, dass wir jedes Fahrzeug bedienen können», erklärte Murer. Denn ihm zufolge kocht die Autoindustrie in der E-Mobilität auf allen Kontinenten noch eigene Süppchen und so haben die Hersteller teilweise unterschiedliche Stecker. Das soll aber nicht zum Hindernis werden.

 

E-Auto-Fahrer aus Leidenschaft
Hanny und Robert Fischer aus Tägerwilen fahren schon seit längerer Zeit mit ihrem E-Auto durch die Strassen des Dorfes. Und weit darüber hinaus. «Anfangs wurden wir noch belächelt. Freunde fragten uns, ob wir damit überhaupt bis nach Zürich kämen», erzählt Hanny Fischer reichlich amüsiert. Da staunten die Freunde nicht schlecht, als sie und ihr Mann ins Tessin fuhren und dort sogar noch Ladung übrig hatten, um sich die Gegend anzuschauen. Über die neue E-Tankstelle im Dorf freut sich das Ehepaar, denn sie sind überzeugt von der Elektromobilität. «Wir sind schon weitaus mehr als 100000 Kilometer mit unserem Wagen gefahren», erklärt Robert Fischer. Ob es viele begeisterte Anhänger der E-Tankstellen gibt, wird sich in Zukunft herausstellen. «Wir wollen schauen, wie es läuft», sagte Thalmann, und dann überlege man weiter, ob und wo weitere E-Tankstellen sinnvoll wären. Eine weitere Ladestation wird es schon bald am Bahnhof geben. Die Pläne dazu stehen. Dort soll dann auch in Kooperation mit der Bahn ein Elektrofahrzeug ausgeliehen werden können, so Rolf Uhler von der Tägerwiler Bauverwaltung. Dabei steckt hinter der Strom-Zapfsäule eine beachtliche Investition. «Tiefbau, Säule und das Elektrische kosteten zusammen rund 35000 Franken», so Murer. Allein die Säule machte mit 28000 Franken schon 80 Prozent des Gesamtbetrages aus.

Schnell bezahlt per Smartphone
Bezahlen können die Nutzer das Aufladen des Fahrzeugs bequem per App auf dem Smartphone. Mit dem Zugangs- und Abrechnungssystem von «Ost-mobil» können die Nutzer mit wenigen Klicks den Strom beziehen. Wer kein Kunde von «Ost-mobil» ist, kann an der Zapfsäule den QR-Code abscannen und per Kreditkarte bezahlen. Jasmin Lubinsky

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