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Neuer Begegnungsort am Hauptzoll

Kreuzlingen/Konstanz – Einige mögen sich vielleicht schon gewundert haben, was es mit der grünen Farbe auf dem Asphalt des Hauptzolls auf sich hat. Am Freitagabend wurde das Geheimnis gelüftet: Der geschichtsträchtige Ort soll künftig als Begegnungsstätte für Ausstellungen und Veranstaltungen dienen.

Seit dem Jahr 2013 ist der Hauptzoll für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Städte Kreuzlingen und Konstanz haben die rund 1000 Quadratmeter grosse Fläche mit verschiedenen Räumlichkeiten nun als Ort für Veranstaltungen erkannt und dementsprechend umgestaltet. Stadtpräsident Thomas Niederberger betonte an der Einweihung die Wichtigkeit des Ortes. Da das Emmishofer Tor lange Zeit geschlossen war und die Leute deshalb nur durch das Kreuzlinger Tor in die Stadt Konstanz verkehren konnte, stellte dieser Ort schon im Mittelalter eine wichtige Verbindung zur Nachbarstadt dar. Auch liess es sich der Stadtpräsident nicht nehmen zu erwähnen, dass schon anno dazumal der Einkaufstourismus ein Thema in den Nachbarstädten gewesen sei. Denn am Hauptzoll habe man in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts einen Markt betrieben, auf dem keine Qualitätsvorschriften und Regelungen herrschten. Es wurde fleissig gefeilscht und verkauft, was die Stadt Konstanz um 1560 versucht hat zu verbieten.

Gutes Nachbarschaftsverhältnis
Auch rief Niederberger den Gästen ins Gedächtnis, dass es für Grenzländer wie Nord- und Südkorea heutzutage noch als historischer Akt gelte, wenn sich die Präsidenten die Hand schütteln. «Für uns ist das Miteinander trotz Grenze zum Glück völlig normal», äusserte sich das Stadtoberhaupt von Kreuzlingen zum Nachbarschaftsverhältnis. Nach der Kunstgrenze sei die Umgestaltung des Hauptzolls deshalb ein weiteres starkes Zeichen, welches das Miteinander weiter beleben soll.

Bürgermeister Andreas Osner unterstrich in seiner Rede, dass Konstanz und Kreuzlingen nun ein weiteres Stück zusammenrückten. Er ging weiter auf die starke Verbundenheit der Nachbarstädte ein und sieht die Kunst und Kultur-Veranstaltungen am Hauptzoll als ein weitergeführter Gedanke der Kunstgrenze. «Die Kunstgrenze ist ein Symbol für freie Grenzen innerhalb Europas», erklärte der Bürgermeister. Diesen Gedanken wolle man nun langfristig fortführen und entwickeln. Als Zeichen für die Freundschaft steckten sich die beiden Politiker zur Feierlichkeit gegenseitig eine Nadel an und weihten den Ort anschliessend mit Blumenblüten ein.

Fotografie-Ausstellung
Die erste Ausstellung steht bereits auf dem grünen Asphalt. Denn Florian Schwarz eröffnete am Freitag ebenfalls seine Fotografie-Ausstellung «Nicht Anfang und Ende». In dieser zeigt er die verschiedenen Facetten von Migration innerhalb Europas. Weitere Bilder seines Projektes gibt es ausserdem bei der Konzertmuschel im Konstanzer Stadtgarten, sowie bei der Mensa der HTWG Konstanz zu sehen.

Schon gewusst? Wer genau hinschaut, erkennt, dass das Grün des Asphalts in zwei verschiedenen Farbtönen daher kommt. Grund dafür sind unterschiedliche Bestimmungen auf Schweizerischer und deutscher Seite. Während es in Kreuzlingen in Ordnung war, den Asphalt zu streichen, musste auf deutscher Seite ein Tartanbelag angebracht werden.

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