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Prager Frühling, Vortrags- und Filmabend

Kreuzlingen – Ein letzter spannender Vortrag zum Thema Prager Frühling gibt es am Mittwoch, 30. Mai. Prager Frühling, Moskauer Frost, westeuropäischer Regen - das gescheiterte Experiment eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz werden die Referatsthemen von Professor Dr. phi. Ulrich Schmid sein. Zudem wird am 1. Juni wird im Rathaus an der Löwenstrasse ein Dokumentarfilm von Bernard Safarik gezeigt.

Zum Thema Prager Frühling finden zwei weitere Anlässe statt. (Bild: zvg)

Auf Einladung der VHS Kreuzlingen spricht Prof. Dr. phil. Ulrich Schmid, Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen, am Mittwoch, 30. Mai, zum Thema «Prager Frühling, Moskauer Frost, westeuropäischer Regen – das gescheiterte Experiment eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz». Der Anlass findet im Torggel Rosenegg an der Bärenstrasse 6 in Kreuzlingen statt und beginnt um 19.30 Uhr. Eintritt gratis.
Die Intervention der Armeen des Warschauer Paktes nach den Reformversuchen des Prager Frühlings 1968 stellte den ideologischen Zusammenhalt der Länder des Ostblocks auf eine harte Probe. Die tragischen Ereignisse müssen im Zusammenhang mit der internationalen geopolitischen Lage (Sechstagekrieg), den Erfahrungen mit dem ungarischen Aufstand 1956 und der zunehmenden Repression unter dem Breschnjew-Regime gesehen werden. Gleichzeitig war der Prager Frühling auch ein Weckruf für viele westliche Intellektuelle, die zuvor mit dem kommunistischen Gesellschaftssystem sympathisiert hatten.

Geschichtlicher Filmabend im Rathaus
Der Regisseur Bernard Safarik hat in seinem etwa 60 min.langen Film sehr eindrücklich die Ereignisse in der Tschechoslowakei nach dem Einmarsch des Warschauer Paktes im August 1968, die Flucht der Tschechoslowaken in die Schweiz und wie herzlich und solidarisch sie von der Schweizer Bevölkerung empfangen wurden, dargestellt.

Etwa 17’000 Tschechoslowaken kamen damals in die Schweiz. In dem Film werden ihre Schicksale, die Flucht, der Empfang und ihr Werdegang in der Schweiz dokumentiert. Zu Wort kommen viele zum Teil sehr prominente Schweizer wie Bundesrat a.D. Merz, der im Jahre 1966 ein halbes Jahr an der Universität in Brno studiert hat, das Aufkommen des Prager Frühlings hautnah erlebt hat und bereits damals die Tschechoslowaken gewarnt hatte: «Der Preis für die Freiheit wird hoch sein»
Herr Merz schildert auch wie er einen Künstler nach dem Einmarsch in Prag abgeholt und ihn mit seinen Bildern über die Grenze nach Österreich brachte. Aber auch Normalbürger kommen zum Wort. Zum Beispiel eine Schweizerin, die alle ihre freien Wohnungen tschechischen Familien gratis zur Verfügung gestellt hatte.

Bernhard Safarik kam auch 1968 in die Schweiz und hat im Basel Literatur, Geschichte und politische Philosophie studiert und war auch Vizepräsident der Basler Studentenschaft.
Er ist mit seinen vielen Dokumentarfilmen sowie Spielfilmen bekannt geworden. Für den Film «Wir und das Matterhorn, das Matterhorn und wir» bekam er unter anderem auch den unbeschränkten Zugang zu dem Archiv des Schweizer Fernsehens und konnte viele vergessene und kaum bekannte Dokumente in seinen Film aufnehmen. Herr Safarik wird bei der Vorführung anwesend sein und steht dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

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