/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Erfassung des Problems ist entscheidend

Kreuzlingen – Hochwasser, Gaffer, Strassensperrung: Der Regionale Führungsstab Kreuzlingen konnte während seinem Ausbildungstag auf die Unterstützung des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee (ABA) zurückgreifen.

Passende Kulisse zur Stabsübung des RFS Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Grosse Schneemengen und langanhaltende Niederschläge lassen die Pegelstände in den Gemeinden am Untersee steigen, der Kantonale Führungsstab (KFS) trifft sich für einen ersten Rapport. Unterstützt von den Einsatzkräften, organisiert die Bevölkerung am Untersee das Alltagsleben mit dem Hochwasser. Während der KFS die Koordination auf Stufe Kanton übernimmt, ist der Regionale Führungsstab Kreuzlingen vor Ort im Einsatz.

Mit dieser Ausgangslage und dem Ziel, den Führungsrhythmus zu trainieren, die entsprechenden Produkte zu erarbeiten und sie im Rahmen des Orientierungs- und Entschlussfassungsrapportes zu präsentieren, lud Markus Meile, Stabschef des Regionalen Führungsstabs Kreuzlingen (RFS) zur jährlichen Stabsausbildung.

Durch die Reorganisation der Zivilschutzregion Kreuzlingen per 1. Januar 2018, deckt sie sich neu mit dem Bezirk. Mit der Reform sind dem RFS Kreuzlingen nun 14 Gemeinden angeschlossen, analog der Zivilschutzregion. Aus diesem Grund nehmen an den Übungen des RFS Kreuzlingen oft auch Einsatzkräfte aus den Vertragsgemeinden teil.
Bevor sich der Kernstab mit dem Hochwasser am Untersee auseinandersetzte, informierten Abteilungsleiter Michel Sennhauser und Adrian Stieger (Konzeption und Koordination) vom kantonalen Amt für Bevölkerungsschutz und Armee (ABA) über aktuelle und geplante Entwicklungen auf Kantonsebene. Unter anderem will das ABA in Zukunft allen RFS ein elektronisches Lagetool zur Verfügung stellen. Das Koordination- und Informationssystem Bevölkerungsschutz (KISB) hilft, lokale Gefahrenzonen in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Energie zu erfassen, um bei einem Schadenereignis keine Gefahrenzonen zu übersehen.

Anschliessend arbeitete der Kernstab an der Lösung des Problems, dessen Erfassung das A und O für die nachfolgenden Prozesse ist: die Ereignisse müssen unter Kontrolle gebracht, beziehungsweise Massnahmen ausgearbeitet und der Behörde als Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden. Stabschef Markus Meile wies in seiner Manöverkritik auf diese entscheidende Grundlage hin, die auch in finanzieller Sicht eine nachvollziehbar Argumentationskette darstellen muss.

Um die Zusammenarbeit mit den neuen Gemeinden des RFS Kreuzlingen zu stärken, wird sich der Kernstab in den kommenden drei Jahren mit den Themen Hochwasser und Starkwinde anlässlich von drei Stabsübungen weiterhin beschäftigen. Einerseits weil diese Szenarien realistische Gefahren für die Region darstellen und anderseits, weil es «ausgesprochen wichtig ist, Köpfe in der Krise zu kennen (KKK)», wie Stabschef Meile betonte.

Was ist der RFS?
Der Regionale Führungsstab kommt in der Regel zum Einsatz, wenn eine oder mehrere Gemeinden der Region betroffen sind. Im Kernstab des RFS Kreuzlingen sind die fünf Säulen des Bevölkerungsschutzes (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, Technische Betriebe und Zivilschutz) personell abgebildet und durch den Bereich Kommunikation verstärkt. Der RFS koordiniert den Einsatz der Partnerorganisationen und setzt die Führungsunterstützung ein. Zudem stellt der RFS die Verbindung für und zu den betroffenen Behörden sicher und bereitet die Entscheide der Behörde vor. Im Ereignisfall wird der Kernstab durch die ortskompetenten Spezialisten der Schadengemeinde(n) verstärkt.

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