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Spektakuläres Halbfinale mit bitterem Ende

Wasserball – Am vergangen Freitagabend kämpften die Kreuzlinger Wasserballer im Tessin gegen zwei harte Gegner. Trotz hohem Einsatz konnten die Luganesi einen Heimsieg mit 7:6 verzeichnen.

Trotz hohem Einsatz konnten die Kreuzlinger Wasserballer den Sieg nicht mit nach Hause nehmen. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Angenehme 27 Grad herrschen an diesem Freitagabend, der für den schweizer Spitzenwasserball so entscheidend sein wird. Im Lido di Lugano ist es ruhig, die wenigen verbliebenen Badegäste packen langsam ihre Habseligkeiten zusammen und begeben sich zum Ausgang. Die Ruhe vor dem Sturm. Um 19 Uhr wird ein Wasserballspiel angepfiffen, es stehen sich Carouge Natation und der SC Schaffhausen gegenüber. Auf der Tribüne sind weniger als 50 Zuschauer, keineswegs eingefleischte Fans. Gegen Ende des Spiels, es war das erste von zwei an diesem Abend gespielten Halbfinals, füllt sich die Tribüne, das Flutlicht wird angeworfen, Transparente mit der Aufschrift «FORZA LUGANO» werden installiert. Im Hintergrund des unspektakulären Matches, dass Schaffhausen klar mit 8:5 für sich entscheiden konnte, wärmen sich die Wasserballer des SC Kreuzlingen und Lugano NPS auf, und genau darauf warten die Menschen, die immer zahlreicher ins Lido pilgern.

Egal welches Team die angereisten Fans unterstützen, in einem Punkt ist man sich einig: Das Finale, das wird heute Abend ausgetragen, am Samstag gibt es nur noch eine Pokalübergabe. In der Tat wollte es das Los so, dass sich die zwei Schwergewichte bereits im Halbfinale begegnen, und der Sieger aus dem Duell im Finale nur noch eine kleine Hürde überwinden muss, um den ersten Titel der Saison nach Hause zu bringen.

Mit genau dieser Finaleinstellung startete jeder Spieler in die Partie, wie sich noch zeigen sollte. Obwohl es fast ein Viertel dauerte, bis ein erster Treffer durch die Ostschweizer erzielt werden konnte, mangelte es dem Spiel keineswegs an Qualität und Spektakel. Der SC Kreuzlingen leistete grandiose Verteidigungsarbeit, wie sie schweizweit nur sehr selten gezeigt wird, fast bis zur ersten Pause. Während sich die Luganesi schwer taten, grössere Löcher in die Kreuzlinger Defensive zu reissen, waren die Ostschweizer in ihrem Angriffsspiel nicht unbedingt gefährlicher, aber effizienter in der Chancenauswertung. Nach dem Halbzeitstand von 3:3 setzten sich die Thurgauer zeitweise bis auf zwei Tore ab. Mit fortschreitender Spieldauer setzten Ermüdung und Nervosität bei allen Akteuren ein, während das Lido vom Publikum in einen Hexenkessel verwandelt wurde. Die Tribüne bebte spürbar. Die Aufholjagd des Gastgebers startete wenige Minuten vor Ende der Partie, gipfelte im Führungstreffer zum 7:6 Endstand nur gerade zwei Sekunden vor Spielende. Für die Kreuzlinger nahm das Match, welches vom Niveau her definitiv zu den Besten der vergangenen Jahre zählt, damit ein ausgesprochen bitteres Ende. Die Trauer in der Equipe um Trainer Benjamin Redder war allerdings nur von kurzer Dauer. «Wir sind nun entschlossener denn je, und trauen uns einen Sieg in den Playoffs, wenn es über bis zu fünf Partien geht, definitiv zu» lautete das Statement des Coaches.

Das offizielle Finalspiel vom Samstag wurde dann zwischen den beiden Halbfinalsiegern aus Schaffhausen und Lugano ausgetragen. Den Munotstädtern gelang erwartungsgemäss kein Exploit, die Titelverteidiger aus dem Tessin konnten das Spiel mit 15:7 für sich entscheiden.

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