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Ein Flüchtlingstag für die Anwohner

Kreuzlingen – Am Wochenende vom 16. und 17. Juni findet der Flüchtlingstag statt. Mit einer Bildergalerie und Podiumsdikussionen soll auf die aktuelle Problematik hingewiesen werden.

Rehan Naziri, Damian Brot, Elisabeth Hofmann, Uwe Moor und Bruno Schwaller sind bereit für den Flüchtlingstag. (v.l) (Bild: jz)

Neben dem Engagement und einigen erfolgreichen Aktionen für Flüchtlinge, solle der bevorstehende Flüchtlingstag auch auf die Probleme in Kreuzlingen hinweisen. «Wir veranstalten diesen Tag nicht, um die Flüchtlingsthematik schön zu reden», meint Uwe Moor, Mitorganisator. «Es ist mehr eine interne Weiterbildung für Interessierte, die helfen wollen.» Am Samstag, 16. Juni, findet eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Dabei werden Vertreter von verschiedenen Organisationen über das kommende Ausreisezentrum in Kreuzlingen sprechen.

Adieu statt Hallo
«Wir werden bald nicht mehr ‹willkommen heissen›, sondern verabschieden. Die Gerüchte über das kommende Ausreisezentrum stapeln sich, gerne möchten wir, vor allem die Anwohner, besser informieren», erklärt Bruno Schwaller, Präsident von Agathu. Laut Schwaller sei vor allem die Angst vor dem Unbekannten das Problem. «Die Stimmung im neuen Zentrum wird sicherlich angespannter sein als früher, aber wir möchten den Betrieb gerne weiterführen wie bisher.» Dabei geht es vor allem um das Flüchtlingscafé, welches vom Verein erfolgreich geführt wird. Im sogenannte Bundesasylzentrum ohne Verfahren werden Flüchtlinge warten müssen, bis der Bund die Ausreisedokumente vervollständigt hat. Die Dauer eines solchen Aufenthaltes in einem Ausreisezentrum könne Tage bis Monate dauern, so Schwaller.

Ausstellung mit Kinderbildern
Der Sonntag, 17. Juni, wird ganz im Zeichen der Flüchtlinge stehen. Beginnen wird der Tag mit einem Gottesdienst, an dem auch der Imam Rhan Neziri von der albanisch islamischen Gemeinschaft Kreuzlingen teilnehmen wird. «Es soll mehr als ein ökumenischer, sondern ein interreligöser Gottesdienst sein, an dem Vertreter von verschiedenen Religionen eingeladen sind», erläutert Damian Brot, evangelischer Pfarrer von Kreuzlingen. Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit die Bilderausstellung von Flüchtlingskindern, zu besichtigen.
Für Kinder im Empfangszentrum, gibt es verschiedene Kurse um sie zu beschäftigen. Darunter auch einen Malkurs. «Es ist schön zu sehen, dass die Kinder trotz traumatisierenden Erlebnissen noch viele Ressourcen an Freude und Träumen haben und diese auch zeigen», sagte Elisabeth Hoffmann, vom Verein Fremde und Wir. Es gebe viele Bilder von schönen Häusern, Fussballplätzen und glückliche Gesichter. «Ein Haus ist für viele das Zeichen für Heimat und Sicherheit, so werden wir ein grosses Kartonhaus in die Kirche stellen und die gezeichneten Häuser darauf kleben», erklärt Hoffmann.

Als Paul über das Meer kam
Bereits am Donnerstag, 14. Juni, 20 Uhr, wird im Kult-X der Film «Als Paul über das Meer kam» gezeigt. Dabei wird die Geschichte eines afrikanischen Flüchtlings erzählt, der einen deutschen Filmemacher während seiner Flucht kennenlernt. Wie es Paul nach Europa schafft und welche Aufgabe der Filmemacher hat, kann man im Film sehen.
Weitere Informationen unter www.agathu.ch und www.fluechtlingstage.ch.

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