/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Turbulentes Jahr im Alterszentrum

Kreuzlingen – Die Sanierung des Haus A West, die Eröffnung des zweiten Standorts in Bottighofen und die damit verbundene Personalbeschaffung verlangten der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen 2017 Einiges ab. Am Dienstag, 5. Juni, trafen sich die Genossenschafter zur 50. ordentlichen Generalversammlung.

71 Genossenschafter trafen am vergangenen Dienstag bei der 50. Generalversammlung der Genossenschaft Alterszentrum zusammen. (Bild: jl)

Die im Mai begonnenen Sanierungsarbeiten im Haus A West sind in grossem Masse fortgeschritten. Der Präsident der Genossenschaft, Urs Haubensak, berichtete am vergangenen Dienstagabend im Evangelischen Kirchgemeindehaus: «Wir sind optimistisch, dass wir im Rahmen des beantragten Kredits bleiben.» Eine erfreuliche Nachricht für die Genossenschafter. Ebenfalls positiv gestimmt ist der Präsident, dass die Arbeiten im Juli abgeschlossen werden können.

Viele Herausforderungen
Die Umbauten brachten nicht nur Baulärm und Staub mit sich, sondern auch organisatorische Herausforderungen und eine fortwährende Zukunftsplanung. So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise 80 neue Mitarbeiter gesucht. «Das Team steht. Was uns ein bisschen stolz macht, ist, dass wir viele tolle Bewerbungen von Fachkräfte bekommen haben», berichtete Anna Jäger, Geschäftsführerin des Alterszentrums Kreuzlingen, sichtlich erleichtert. In Zukunft werden die Pflegeplätze von 50 auf 200 erhöht werden. Die Erhöhung des Personals ist dementsprechend fortgesetzt.

Auch auf dem Bau lief nicht immer alles glatt, so wurde beim Rückbau beispielsweise Asbest gefunden. Ebenso musste durch die veränderte Zimmeraufteilung die Statik teilweise nachgebessert werden. Diese Überraschungen forderten sowohl von Mitarbeitern, aber hauptsächlich auch von den Bewohnenden viel Geduld, Verständnis und Flexibilität. Eine erfreuliche Nachricht zu Beginn des Jahres 2018 war die Auszeichnung mit dem Label «Qualität in Palliative Care». Eine Auszeichnung dafür, dass das Alterszentrum den Bewohnenden bis zum Lebensende Selbstbestimmung und Lebensqualität ermöglicht.

Finanzieller Erfolg
Jahresrechnung 2017 fiel mit einem Plus von über 36000 Franken besser aus als ursprünglich budgetiert. Denn man vermutete einen Verlust von 387000 Franken. Die positive Abweichung hing im Wesentlichen mit den massiv höheren Einnahmen durch Pflegetaxen zusammen. Diese wurden um rund 1,2 Millionen Franken übertroffen. Allerdings wurde dementsprechend auch mehr Personal benötigt, weswegen der Personalaufwand im Budget um rund 400000 Franken zu tief angesetzt war. Erklärt wurden diese Abweichungen dadurch, dass die Pensionstaxen bei Eintritt einer Person und dann alle weiteren sechs Monate eingestuft werden. Diese Veränderung der Pflegestufen sind nicht vorhersehbar.

Für das Geschäftsjahr 2018 werden sowohl für den Standort Kreuzlingen als auch für Bottighofen einen Verlust budgetiert. Der ermittelte Gesamtverlust von 621000 Franken würde aber durch die Gemeinden Bottighofen, Münsterlingen und der Stadt Kreuzlingen zum Grossteil übernommen werden, sodass die Genossenschaft lediglich 37600 selbst zu stemmen hätte. Die Rechnung 2017 so wie das Budget 2018 wurden einstimmig von den 71 Stimmberechtigten genehmigt, auch die Revisionsstelle hatte keine Einwände und lobte die Buchhaltung.

Mit zwei Enthaltungen wurde einem Planungskredit von 400000 Franken für die Erarbeitung des Kostenvoranschlags für das Neubau-Gewinner-Projekt «Shinsen-do» zugestimmt. Um den Umbau der Wohnungen im Alterszentrum voranzutreiben, braucht es nämlich eine genaue Planung, um weitere Schritte wie die Finanzierung vornehmen zu können.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.