/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Der Rollenwechsel ist vollzogen

Kreuzlingen – Seit 100 Tagen hat Kreuzlingen einen neuen Stadtpräsidenten. Für Thomas Niederberger hat sich damit nicht nur das Büro, sondern auch die Verantwortung und Wahrnehmung gegenüber der Bevölkerung verändert.

Als Stadtschreiber hat Thomas Niederberger beraten, nun muss er selbst die Entscheidungen treffen. (Bild: ek)

Neu waren die Aufgaben und Pflichten eines Stadtpräsidenten für Thomas Niederberger nicht, als er am 1. März ins Büro seines Vorgängers Andreas Netzle einzog. Als Stadtschreiber war er bereits mit den städtischen Dossiers vertraut. Nur seine Rolle in Stadtrat- und Kommissionssitzungen war mit einem Schlag eine andere. Plötzlich war er nicht mehr Berater, sondern Entscheidungsträger.

«Jetzt bin ich dafür verantwortlich, dass Projekte vorankommen», sagt Niederberger. Eine Aufgabe, die ihm gut liege. Die beiden Grossbaustellen Stadthausneubau und Freizeitbad Egelsee haben in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit Fahrt aufgenommen. In einigen Themengebieten bestand dennoch ein gewisser Aufholbedarf. So war eines seiner Ziele in den ersten drei Monaten, sich umfassend auf den aktuellen Informationsstand bringen zu lassen. «Um bei der geplante OLS/BTS mitreden zu können, habe ich mich erst einmal zwei Stunden mit Vertretern des Kantons zusammengesetzt.»

Ansonsten waren seine Abende gefüllt mit Besuchen bei Vereinen, Gruppierungen, Kirchen und Parteien. «Da musste ich mir erst einmal ein System überlegen, die vielen Anliegen und Anregungen zu sammeln, um sie im richtigen Moment zur Hand zu haben», so der Verwaltungsexperte. Denn Inputs erhält Niederberger zuhauf. Nicht nur am Arbeitsplatz, auch in der Freizeit oder auf der Strasse wird er in seiner Rolle als Stadtpräsident vermehrt auf Probleme und Anliegen angesprochen. Als der Stadtrat sich für die gekündigten Mieter des Wohnblocks an der Reutistrasse starkmachte, gab es ein Dankeschön beim Warten auf den Bus.
Schwierige Gespräche hingegen musste er mit Gewerblern wegen der aktuellen Verkehrssituation am Boulevard führen. «Da darf man sich nicht verstecken, sondern muss vorne hinstehen und die Hintergründe und Überlegungen erklären», so Niederberger.

Die Freizeit kommt zu kurz
An jeder Veranstaltung präsent zu sein, kommt mit einem vollen Terminkalender einher. So hat er in den vergangenen drei Monaten zu Hause und im Fitnessstudio mit Abwesenheit geglänzt. «Das haben wir aber vor meiner Kandidatur im Familienkreis besprochen. Alle wussten, was auf uns zukommt», sagt der 48-Jährige. Seine Kinder finden es auf jeden Fall toll, dass er nun der Chef der Stadt Kreuzlingen ist. Und wenn der Vater von vier Kindern mal einen freien Tag hat, wird dieser umso intensiver mit der Familie genutzt.

Gleichzeitig empfindet Niederberger die Arbeit für die Bevölkerung von Kreuzlingen als erfüllend. «Ich will mich unbedingt weiter für die Stadt und die Leute hier einsetzen.» So ist es für Niederberger selbstverständlich, dass er sich bei den Erneuerungswahl des Stadtrats im November wieder als Stadtpräsident aufstellt. Er liebäugelt sogar schon mit den nächsten politischen Amt. Bei der FDP hat er sich bereits als Kandidat für die Kantonsratswahlen im 2020 angekündigt. ek

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