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Von der Müllkippe zum Schatzfundus

Tägerwilen – Giuseppe Prete, Franco Formica und Bruno Weber haben vor rund zwei Jahren einen Schatz im Tägermoos gefunden. Über 40 keltische Münzen konnten sie zusammentragen. Seit Mittwoch, 20. Juni, sind genau diese im Museum für Archäologie Thurgau in Frauenfeld ausgestellt.

Auf der Rückseite der Münze ist ein Gespann aus zwei Pferden und einem Lenker auf einem Wagen dargestellt. (Bild: zvg)

Seit vergangenem Mittwoch, 20. Juni, gibt es in der Sonderausstellung Le Trésor – «der keltische Münzschatz von Tägerwilen» mehrere Silbermünzen aus der keltischen Zeit im Museum für Archäologie Thurgau zu sehen. Der 2016 gemachte Fund stammt aus dem Grenzgebiet Tägermoos. «Archäologisch und historisch gesehen, war das Gebiet lange Zeit ein Moor- und Sumpfland», erklärte Kantonsarchäologe Hansjörg Brem den bis dahin unscheinbaren Fundort. Im Mittelalter galt das Gebiet sogar als Ablagerungs- und Müllstätte der Stadt Konstanz.

Wie kam es zum Fund?
2016 waren die drei frewilligen Helfer des archäologischen Museums Giuseppe Prete, Franco Formica und Brund Weber mehrfach im Tägermoos unterwegs, um nach Altertümern zu suchen. Auf der Vernissage sagte Formica: «Wir sind per Zufall auf den Fund gestossen. Als ich eine dieser Münzen gefunden hatte, habe ich einen Kollegen kontaktiert und dieser meinte, ich solle es wegwerfen, das wäre nichts.» Formica liess der Fund aber nicht los und er wusch die Münze Zuhause. Anschliessend recherchierte er im Internet und er bekam den Eindruck, dass es sich um eine keltische Münze handeln könnte. Bald darauf erkannten auch die Kollegen, dass es sich um solche Silbertaler handelte. Bis zum Frühjahr 2017 fand man dann insgesamt 43 Münzen gleicher Art.

 

Auf der Vorderseite der Münze ist ein nach rechts gedrehter Kopf zu erkennen. (Bild: zvg)

Abenteurer aufgepasst
Wer nun denkt, er könnte sich mit Metalldetektor und Spaten auf die Suche nach einem Schatz machen, irrt sich. Denn erlaubt sind solche Suchen nur bei Personen, die einen offiziellen und gültigen Ausweis besitzen. Rund 90 Personen sind im Kanton Thurgau als Freiwillige Sucher angemeldet. Die Bodenschätze sind Eigentum des Kantons und deshalb machen sich sogenannte «Plünderer» strafbar, wenn sie privat versuchen Funde zu veräussern. Formica, der schon immer Interesse an Geschichte zeigte, hilft seit rund drei Jahren bei der Suche nach geschichtlichen Schätzen. Er ist stolz auf die Arbeit seines Teams: «Funde wie diese prägen die Schweizer Geschichte und es ist ein tolles Gefühl ein teil davon zu sein.» Die Sonderausstellung im Museum für Archäologie kann bis Sonntag, 28. Oktober, zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten in Frauenfeld angeschaut werden.
Di. bis Sa. 14 bis 17 Uhr
So. 12 bis 17 Uhr

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