/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Kein Schrecken ohne Ende

Leserbrief – Der Stadtrat hat die Übung «Neue Verkehrsführung im Boulevard» abgebrochen. Mit erfreulicher Konsequenz wird dadurch einem Experiment, bei dem es letztlich nur Verlierer gab, vorzeitig der Stecker gezogen. (Beda Stähelin, ACS Thurgau)

(Bild: pixelio)

Als Ziel der neuen Verkehrsführung wurde die «Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Boulevard» angeführt. Dagegen lässt sich kaum etwas einwenden. Wer wünscht sich nicht eine lebenserfüllte Innenstadt mit florierendem Gewerbe? Der misslungene Versuch des neuen Verkehrsregimes im und um den Boulevard zeigt aber einmal mehr, dass Verkehrsbeschränkungen eben doch kein Allheilmittel zur Belebung der Stadt- und Dorfzentren darstellen. Die oft propagierte Gleichung «weniger Verkehr = mehr Lebensqualität» lässt sich in der Praxis nicht ohne weiteres anwenden.

In Kreuzlingen hat sich gezeigt, dass die einseitige Sperrung des Boulevards für den Automobilverkehr mit Blick auf die angestrebte Aufenthaltsqualität kaum einen Mehrwert zeitigte, sich im Gegenzug aber deutlich nachteilig für das örtliche Gewerbe auswirkte. Verständlich ist auch die Kritik manchen Anwohners, durch dessen Quartier sich der oftmals etwas orientierungslose Ausweichverkehr schlängelte. Die grossmehrheitlich negative Resonanz auf das versuchsweise neu eingeführte Verkehrsregime erstaunt vor diesem Hintergrund wenig. Umso mehr überzeugt bei dieser Ausgangslage das konsequente Handeln des Stadtrats. Er hatte Gehör für die berechtigte Kritik aus Gewerbe und Bevölkerung und hat mit dem vorzeitigen Abbruch des offensichtlich gescheiterten Experiments den einzig richtigen Schritt gewählt.

 

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