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Ein Glas Hofmilch muss sein

Kreuzlingen – Die Wurzeln von Andreas Patrick Kyburz liegen in Kreuzlingen. Als angehender Komponist ist er momentan aber öfter in Hollywood anzutreffen als am Bodensee.

Auch während seinem Ferienaufenthalt in Kreuzlingen übt Andreas Patrick Kyburz intensiv Klavier. (Bild: jz)

«Ich bin ein später Student», meint Andreas Patrick Kyburz. Seine schulische Laufbahn begann wie für so manchen Kreuzlinger im Remisberg. Nach dem Semi in Kreuzlingen entschied er sich für ein Studium in Amerika. Am «Musician’s Institute» in Hollywood studiert er Komposition und Filmmusik. «Noch ein Jahr und dann habe ich den Bachelor. Aber danach ist noch nicht Schluss, mein Ziel ist der Doktortitel», so Kyburz. Der Weg von Kreuzlingen nach Hollywood wurde für den Komponisten von guten Freunden unterstützt. «Ich habe nie wirklich danach gefragt, aber viele tolle Menschen haben mich unterstützt.»
Beim Komponieren wird unterschieden zwischen Konzertstücken und Filmmusik. «Ich mag Konzertmusik, aber bevorzuge es, Filmmusik zu schreiben.» In Zusammenarbeit mit einer brasilianischen Regisseurin durfte er bereits Filmmusik für den Kurzfilm «Joy» produzieren. «Wir waren zu zweit. In ungefähr einer Woche komponierten wir die Lieder für den ganzen Kurzfilm», erklärt er.

Immer leere Blätter dabei
Die neuen Melodien können immer und überall auftauchen. «Einmal war ich im Bus und hatte plötzlich eine tolle Melodie im Ohr.» Für diesen Fall hat der Student immer leere Notenblätter dabei. «Ich spiele gut Klavier und Gitarre, sehr gern würde ich weitere Instrumente lernen, aber mir fehlt die Zeit. Wer weiss, wenn ich pensioniert bin, spiele ich vielleicht Cello», erklärt der Kreuzlinger mit einem Lächeln.
Während andere Menschen acht Stunden arbeiten und danach ihren Feierabend geniessen, geht Kyburz in die Uni und danach nimmt er sich die Zeit, um circa acht Stunden Klavier zu üben. «Es muss sein, die Technik und das Repertoire sollte sich stetig verbessern.» Wie so mancher Schüler durfte auch er in der Primarschule den Blockflöten Unterricht besuchen. «Für viele war es eine Qual, in die Stunden zu gehen, doch ich fand es immer sehr toll. Meine damalige Lehrerin hat mich sehr gefördert und ich glaube, dass dies durchaus ein Grund ist, wieso ich heute in der Musikbranche unterwegs bin», sagt der 30-Jährige.

Hofmilch aus Lengwil
Zurzeit ist Andreas Patrick Kyburz in Kreuzlingen. Zweimal im Jahr kehrt er in seine Heimat zurück. «Hauptsächlich komme ich wegen meinen Eltern, aber es ist immer wieder schön hier zu sein», sagt er. Vor allem die Ruhe am Bodensee schätzt er. Ein kleines Ritual gibt es, wenn er in der Schweiz ist: «Das erste was ich mache, ist ein Glas Hofmilch zu trinken. Ich fahre dafür nach Lengwil, dort hat es einen Milchautomaten mit frischer Hofmilch, das muss immer sein», erzählt der Musiker. Zudem ist auch ein ausgiebiger Spaziergang entlang des Bodensees teil des Rituals.
Früher oder später wird er ganz nach Amerika ziehen. Dabei hat er aber nicht den roten Teppich im Visier. Sein Ziel sei es, ein gutes Leben zu haben und dabei Komponieren zu können. «Ich möchte Musik machen und sie lehren, das erfüllt mich», sagt er

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