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«Ich bin ein Bodenseekind»

Scherzingen – Nach vier Jahren voller Arbeit ist Nathalie Weiders drittes Album «Wegkreuzer» erschienen. Die Kreuzlingerin, die seit rund zwei Jahren in Scherzingen wohnt, erzählt uns, was die zwölf Songs für ihre Fans bereit halten.

Nathalie Weider hat ihr drittes Album «Wegkreuzer» veröffentlicht. (Bild: zvg)

KreuzlingerZeitung. Nathalie, du hast nun schon dein drittes Album produziert, wie kamst du zur Musik?
Natalie Weider: Ich habe als Kind schon immer vor mich hin gesungen, die Platten meiner Eltern ausgepackt und mir die Liedtexte aufgeschrieben. Den ersten Auftritt hatte ich dann mit zehn Jahren im Österreich-Urlaub. Als Teenager ging es richtig los und die «Jahre der Wanderschaft» haben für mich begonnen. Ich habe vieles ausprobiert und zahlreiche wichtige Erfahrungen bei verschiedenen Produzenten und Managern gesammelt. 2004 habe ich dann das erste Album veröffentlicht, das wirklich von mir kam.

 

Kurz zusammengefasst: Um was geht es in deinem neuen Album «Wegkreuzer»?
Der Album-Titel steht für mich für viele Wegkreuzungen, Entscheidungen und Begegnungen. Gehe ich meinen Weg allein? Gehe ich ihn mit anderen? Was können andere mir geben und was gebe ich zurück? Nachträglich steht es aber auch für die ganze Albumproduktion, denn das war ein langer Prozess mit vielen Kreuzungen, an denen ich mich für meinen Weg entscheiden musste.

Sind die Songs unabhängig voneinander oder entsteht eine komplette Geschichte?
Die Songs erzählen viele kleine, einzelne Geschichten, die im Titelsong «Wegkreuzer» alle wieder vereint werden.

Du hast dein Album ohne Label produziert. Was war der Hintergrund dafür?
Ursprünglich wollte ich mit jemandem zusammenarbeiten, aber da gab es viele Missverständnisse. Ich hatte aber bereits viel Zeit, Geld und Energie in das Album hineingesteckt und dachte zu diesem Zeitpunkt: Dann mache ich es eben allein. Es war Fluch und Segen zugleich, denn ich durfte und musste fortan alle Entscheidungen selbst treffen. Es war eine extrem spannende, aber auch intensive und anstrengende Zeit neben meinem Job als Redaktorin.

Über deine Crowdfunding-Kampagne konntest du die Kosten für die Vermarktung des Albums zusammentrommeln. Wie funktioniert das Prinzip und wie lief es?
Die Crowdfunding-Kampagne lief überraschend gut. Für eine freiwillige finanzielle Unterstützung erhalten die Fans, je nach Höhe, etwas zurück. Das können handgeschriebene Karten oder Gönnerpakete sein, aber auch ein gemeinsames Käse-Fondue-Essen mit mir konnte man ergattern.

Was verbindest du mit deiner Heimat Kreuzlingen?
Ich bin ein Bodenseekind. Ich brauche den Blick aufs Wasser und schreibe dort auch meine Songtexte. In einer Grossstadt könnte ich nicht schreiben.

War es eine bewusste Entscheidung, dass du deine Songs auf Hochdeutsch singst?
Ich habe die deutsche Sprache schon immer sehr gemocht und habe auch beinahe Germanistik studiert. Ausserdem kann ich mit Hochdeutsch mehr Leute erreichen als im Dialekt, auch wenn ich den natürlich nicht missen möchte.

Du hast 2008 bei der Eröffnungszeremonie der Davis Cup Partie zwischen der Schweiz und Polen die Nationalhymne beider Länder gesungen. Wie kam es dazu?
(Lacht) Das war eine verrückte Geschichte. Die Organisatoren sagten mir damals, sie hätten kein Budget für einen Showblock, aber sie bräuchten noch jemanden der die Nationalhymne singt. Die Bedingung war, dass ich beide Nationalhymnen singen musste. Ich kann kein Polnisch und deshalb wurde eine Übersetzerin engagiert, die mir die Nationalhymne phonetisch beigebracht hat, aber um ehrlich zu sein, war ich bei der Schweizer Nationalhymne viel nervöser

Auf deiner Homepage steht, dass dich die Welt des Zirkus fasziniert. Woher kommt dieses Interesse?
Ich habe mich mit zehn Jahren in ein Pony im Zirkus Knie verliebt. Mein erster Redaktionsjob, den ich gemacht habe, war für eine Zirkuszeitung. Dort habe ich viele Leute aus der Szene kennengelernt. 2009 hatte ich dann die Chance zwei Monate lang als Sängerin in einem Zirkus in St. Gallen für eine Varietéshow engagiert zu sein.

Wo kann man dich in nächster Zeit live sehen?
Momentan sind keine Live-Auftritte geplant, denn ich muss kurz durchatmen, das Crowdfunding abarbeiten und eine Band zusammenstellen, die mich bei Auftritten unterstützt.

Gewinnen Sie ein handsigniertes Album «Wegkreuzer» von Nathalie Weider, indem Sie uns eine Email mit dem Stichwort «Wegkreuzer» an verlosung@kreuzlinger-zeitung.ch schreiben.

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