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97,5 Prozent der Schulaustretenden mit Anschlusslösung

Thurgau – Auf den Stichtag 29. Juni 2018 wurde mit Hilfe des webbasierten Tools (Schul- und Berufswahl-Plattform) der Bildungsstatistik Thurgau die jährliche Umfrage bei den Lehrpersonen der Abschlussklassen durchgeführt. Angefragt wurden die 9. Schuljahre, die kantonalen Brückenangebotsschulen, die Sonderschulen sowie die Privatschulen im Kanton. Die Situation ist nach wie vor erfreulich, fast alle Jugendlichen haben eine Anschlusslösung.

Marcel Volkart, Chef des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung, und Ernst Kurzbein, Regionalstellenleiter Berufs- und Studienberatung Frauenfeld, informierten über die Lehrstellensituation im Kanton Thurgau. (Bild: zvg)

Die seit einigen Jahren sehr gute und stabile Gesamtsituation ist auch dieses Jahr intakt. Fast 98 Prozent der im Juli im Kanton Thurgau aus der Schule Austretenden haben bis Ende Juni eine Anschlusslösung in Form einer Lehrstelle, einem Brückenangebot, einer Integrationsklasse oder einer schulischen Lösung gefunden.

69 Prozent werden eine berufliche Grundbildung (EFZ oder EBA) beginnen. 11,5 Prozent treten nach der dritten Sekundarschule in eine weiterführende Schule ein und 14 Prozent haben sich für ein kantonales Brückenangebot, eine Integrationsklasse oder eine andere Zwischenlösung entschieden. Rund 3 Prozent verbleiben an der Volksschule, (z.B. wegen Integrationskurs 1a, Repetition, Verbleib in Sonderschule), 2,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren am Stichtag noch auf der Suche nach einer Anschlusslösung oder haben eine andere Lösung gewählt. Erfahrungsgemäss steigen bis zum Lehrbeginn im August sowohl das Angebot wie auch die Nachfrage nochmals an, so dass dieser Prozentsatz bis Ausbildungsbeginn im August 2018 auf eine marginale Grösse sinken wird. Vereinzelt werden sogar noch im September Lehrverträge abgeschlossen und Lehrverhältnisse angetreten. Weiterhin grosses Lehrstellenangebot bei leicht steigender Schulabgängerzahl
Generell sind praktisch in allen Berufsfeldern noch Lehrstellen frei. Per Ende Juni waren immer noch rund 470 Lehrstellen als offen gemeldet, was einer Zunahme von gegen 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (www.berufsberatung.ch). Dabei entfallen rund 420 auf EFZ-Berufe, 50 auf EBA. Weiterhin gilt also: Im Bereich der anspruchsvollen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird es für die Betriebe zunehmend schwierig, geeignete Lernende zu finden; der Kampf um die Talente beginnt so bereits bei den Berufslernenden.

Jugendliche ohne Anschlusslösung
Am anderen Ende der Skala bleibt es für viele Jugendliche aber nach wie vor schwierig, eine Anschlusslösung zu finden. Insbesondere leistungsschwache Schülerinnen und Schüler aus den Schulstufen mit Grundanforderungen oder mit Defiziten in den Sozial- und Selbstkompetenzen haben es trotz Angebotsüberhang schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie genügen den Anforderungen der beruflichen Grundbildung nicht. Für diese Jugendlichen bietet der Kanton Thurgau auf Grundlage einer Gesetzesanpassung des Grossen Rates ab dem 1. August 2018 die sogenannte niederschwellige Ausbildung an, die zwei Jahre dauert.
Zusätzlich helfen die bewährten Institutionen wie zum Beispiel Mentoring Thurgau, das Case Management Berufsbildung oder das Motivationssemester der Stiftung Zukunft in diesen Fällen wesentlich bei der Realisierung nachhaltiger Lösungen mit. Für fremdsprachige Jugendliche von 16 bis 24 Jahren, zum Beispiel Flüchtlinge oder Jugendliche aus dem Familiennachzug, stehen die kantonalen Integrationskurse 1b, 2 oder 3 zur Verfügung. In diesen Kursen werden rund 150 Jugendliche auf die berufliche EBA oder EFZ vorbereitet.

Brückenangebote Thurgau
In den kantonalen Brückenangeboten wird per 1. August das Angebot der weiter sinkenden Nachfrage angepasst, an jedem Standort wird eine Klasse weniger geführt. An den drei Standorten Weinfelden, Frauenfeld und Romanshorn stehen für das
kommende Schuljahr 2018/19 240 Plätze zur Verfügung, das ist eine Quote von 8,6 Prozent der Schulaustretenden. Einige Anmeldungen mussten wegen knapper Deutschkenntnisse abgelehnt werden, für sie sind die Integrationsklassen besser geeignet. Weitere Gründe zur Ablehnung von total 17 Anmeldungen sind fehlende Motivation, fehlender Abschluss der 3. Sekundarschule oder andere Gründe. Auch in diesem Jahr können somit alle Jugendlichen das Brückenangebot besuchen, für welche diese Lösung eine passende Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung darstellt.

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