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Die Trockenheit im Thurgau hält an

Thurgau – Während sich die einen in den vergangenen Wochen über zahlreiche Badi-Besuche gefreut haben, zerbrechen sich andere die Köpfe über die unterdurchschnittlichen Niederschläge. Der Kanton Thurgau hat deshalb vor kurzem einen Trockenheitsstab eingerichtet.

Symbolbild. (Bild: Verena-N./pixelio.de)

Auch wenn es diese Woche mehrmals kurz geregnet hat, ist das für Robert Holzschuh, Abteilung Hydrometrie im Amt für Umwelt, noch kein Grund aufzuatmen. «Was wir bräuchten, wäre ein Dauerregen von zwei bis drei Wochen», sagt er. Die Messwerte im Kanton geben ihm Recht. In einer Medieninformation des Amt für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau heisst es: «Die Niederschlagsmengen sind bereits seit geraumer Zeit unter den Normwert der Jahre 1981 bis 2010 gefallen und nähern sich weiter den Werten aus dem Jahr 2003 mit extremer Trockenheitswerten an.» Auch starke Gewitterregen, die zwischenzeitlich gefallen sind, hätten die Situation nicht verbessert. Deshalb wurde nun offiziell der Fachstab Trockenheit vom Amt für Bevölkerungsschutz und Armee eingesetzt, so weiter in der Information. Im Fachstab sitzen zwischen zehn und zwölf Vertreter aus neun verschiedenen Ämtern des Kantons, darunter sind beispielsweise die Ämter für Umwelt und Bevölkerung, aber auch der Informationsdienst und die Kantonspolizei.

Die Lage bleibt angespannt
«Es ist weiterhin damit zu rechnen, dass es trocken bleibt», sagt Holzschuh, der dem Stab beiwohnt. Nicht nur das Gewässer in Bächen und im See nimmt stetig ab ­– der Wasserstand im Bodensee sinkt täglich um rund drei bis fünf Zentimeter – auch der Fischbestand ist betroffen. Die Gewässer werden wärmer und deshalb sinke der Sauerstoffanteil im Wasser. Würde man da nicht eingreifen, würden viele Fische verenden, so Holzschuh.

«Wir haben bereits 17 Kilometer Bach abgefischt und umgesiedelt», berichtet Marius Küttel, Fischereiaufseher im Thurgau. Dazu benutze man spezielle elektronische Geräte, die den Fischen einen kurzen elektronischen Impuls geben und diese kurz betäuben. Dann kommen sie in einen Behälter und werden umgesiedelt. «Wir versuchen die Fische im selben Bach an einer Stelle mit höherem Wasserstand einzusetzten», so Küttel. Bisher sei in der Region Kreuzlingen nur in Altnau der Mülibach abgefischt worden. Aber man behalte beispielsweise auch den Kemmenbach im Blick, teilt Küttel weiter mit.

Im Notfall: Entnahmestopp
Auch die Landwirtschaft ist von der Trockenheit betroffen. Sollte in den nächsten Wochen ein Wasser-Entnahmestopp folgen, bedeute das für die Bauern, dass sie zur Bewässerung ihrer Pflanzen kein öffentliches Wasser (beispielsweise aus Bächen oder Flüssen) entnehmen dürften, so Holzschuh. Langfristig führt dies zu einer kleineren Ernte und somit zu monetärem Verlust. Die Bürger seien ebenfalls aufgerufen, sparsam mit dem kühlen Nass umzugehen. «Um das Trinkwasser müssen wir uns hier um den Bodenseen herum erst mal keine Sorgen machen, doch für kleine Gemeinden, die ihr Trinkwasser aus bestimmten Quellen beziehen, könnte es in nächster Zeit enger werden», so Holzschuh. Zur Beurteilung der Lage ziehe man verschiedene Messwerte wie die Temperatur der Gewässer, die Wasserstände sowie die Niederschlagszahlen heran. Auch die Wetterprognosen fliessen in die Entscheidungen mit ein.

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