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Konstanzer Bahnhofsplatz wird autofrei

Konstanz – Um was Kreuzlingen auf dem Boulevard schon seit Jahren ringt, macht Konstanz zur Realtität. Nach der Fertigstellung des Rheinsteigs wird als zweiter Schritt bei der Umsetzung des C-Konzepts ab Herbst 2019 der Bahnhofplatz umgebaut. Danach dürfen dort keine Autos mehr fahren.

Der Bahnhofsplatz soll nur noch für öffentliche Verkehrsmittel zugänglich sein. (BIld: Tungsten)

Aktuell passieren täglich bis zu 8’000 Autos den Bahnhofplatz. An Spitzentagen steigt dieser Wert auf bis zu 10’000 Autos an. Mit der Umsetzung des C-Konzepts wird der Bahnhofplatz autofrei und zum Verkehrsknotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr und Radverkehr ausgebaut. An der Dammgasse gibt es eine Wendemöglichkeit für Pkw, am Fischmarkt und am Lago-Einkaufszentrum für Lastkraftwagen.

Kurze Wege zwischen Bahnhof, Bushaltestellen, Taxiständen, Radstellplatz und Leihstationen ermöglichen einen raschen Umstieg und eine zügige Weiterfahrt mit Bahn, Bus, Taxi oder Fahrrad. Städtebauliches Ziel des C-Konzeptes ist, neben dem autofreien Bahnhofplatz, dass die Aufenthaltsqualität verbessert wird und die Stadt näher zum See rückt.

Im Zuge des Umbaus des Bahnhofplatzes soll das Bahnhofgebäude frei gestellt und damit städtebaulich aufgewertet werden. Auf dem ganzen Platz sollen 31 Sitzbänke zum Verweilen einladen. Außerdem sollen 26 Bäume gepflanzt werden. Die Begrünung soll dem Platz einen erholsamen Charakter verleihen und die Aufenthaltsqualität insgesamt erhöhen.

Die Fahrbahn wird auf 6,50 Meter verbreitert, damit die Busse ungehindert ein- und abfahren können. Die Bushaltestellen liegen weiterhin nicht weit von den Bahngleisen entfernt auf dem Bahnhofsplatz. Für Fahrgäste, die auf einen Anschluss warten, wird ein großzügig überdachter Wartebereich eingerichtet. Vor dem Sparkassengebäude kann auf Taxen umgestiegen werden, für die sieben Standplätze bereitgestellt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite sind vor der Ladenzeile vier Kurzzeit-Stellplätze geplant, davon einer für Menschen mit Behinderung.

Fußgängerwege (taktiles Leitsystem) und Querungen (akustische Ampel) sind barrierefrei. Ein dynamisches System informiert die Fahrgäste über aktuelle Anschlüsse. Temporär werden auf dem Bahnhofplatz Stellplätze für bis zu 480 Fahrräder geschaffen. Mittelfristig strebt die Stadt den Bau eines Fahrradparkhauses an.

Vor dem Bahnhofsgebäude können Konrad-Mietfahrräder (16 Standplätze) oder Lastenräder (vier Standplätze) geliehen werden. Zusätzlich sind vier Stellplätze für Carsharing mit Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge vor der Ladenzeile eingeplant.

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Ein Gedanke zu „Konstanzer Bahnhofsplatz wird autofrei

  1. Bruno Neidhart

    Wie Kreuzlingen mit der Hauptstrasse, so „doktert“ auch Konstanz schon sehr lange um eine besondere verkersberuhigte Zone herum: Am Bahnhofsplatz. Wenn nun eine „Lösung“ innerhalb einer generellen Vehrkehrsregelung um die Altstadt herum, genannt C-Konzept, der Bahnhofsplatz „autofrei“ werden soll (Baubeginn Herbst 2019?), so betrifft dies – grundsätzlich stark eingeschränkt durch einen regen Busverkehr – lediglich, was den Individual-Autoverkehr betrifft, nur den kurzen Bereich zwischen Dammgasse und Bodanstrasse.

    Denn: Die Stadt lebt gewerblich/touristisch nicht zuletzt von ihren altstadtnahen grossen Parkhäusern, die weiterhin angefahren werden müssen oder können. Nur dann neu etwas umständlicher. Wobei in anderen altstadtnahen Gebieten durch diese Wegeverlagerung mehr Verkehr entstehen wird. Zwei bekannte und beliebte, in die Altstadt geradezu integrierte Parkhäuser sind Fischmarkt, sowie das grosse Parkhaus Marktstätte in der Dammgasse (übrigens von Schweizern erstellt). Beide Auto-Einstellmöglichkeiten müssen weiterhin erreichbar sein. Und so entsteht eben zum Beispiel auf einem Drittel des Bahnhofsplatzes Zu-und Abgangsverkehr vom Norden, also von der Konzilsstrasse her, zum Parkhaus Markstätte (nur nicht mehr von der Bodanstrasse her) . Ebenso ist das Parkhaus Fischmarkt nur von Norden her über die Konzilsstrasse zu erreichen – und so wieder zu verlassen. Besonders für „einheimische Schweizer“ bedeutet dies neu eine erhebliche Umfahrung der Stadt, wenn diese beiden Parkhäuser anzufahren sind. Oder sie fahren regelmässig direkt die Parkhäuser Lago oder Augustinerplatz auf der bekannt „stausüchtigen“ Bodanstrasse an (hingewiesen sei bei dieser Gelegenheit auf die Möglichkeit P&R am Brückenkopf Nord der Autobahnbrücke – dann mit Bus, oder neuedings Wassertaxis vom Bodenseeforum zur Innenstadt). Nicht zu vergessen ist nebenbei, dass der heutige grosse Auto-Lieferverkehr aller Gattungen nach wie vor im Stadtinnern überall hinzukommen hat!

    Selbstverständlich macht es Sinn – hätte es schon lange Sinn gemacht! -, den Bahnhofsplatz, der eigentlich eine breite Strasse ist, anders zu organisieren. Die Strasse wird jedoch weiterhin überaus belebt bleiben, werden alle Installationen für die vielen Busse, den Taxis, Lieferverkehr, Kurzzeit-Stellplätze, Fahrradverkehr, usw. verwirklicht. Es wird sich einfach ein etwas anderes (zusätzlich möbliertes) Zustandsbild ergeben, was dieses Bahnhofsvorgelände betrifft. Viel mehr ist nicht zu erwarten – oder: immerhin. Die Verkehrslage in diesem Stadtbereich ist nun mal komplex und kann nicht „autofrei“ werden, wie der Artikel-Titel verspricht. Ob hier die ganze Umstrukturierung des fliessenden Verkehr die letzte Weisheit ist, wird sich zeigen.

    In diesem (Bahnhofs-) Zusammenhang bleibt zu erwähnen, dass das erreichen des Hauptbahhof-Bahnsteigs (schwiizerisch „Perron“ genannt) noch immer einer zeitgemässen Aufwertung harrt. Der Einbau von „nur Aufzügen“ zur Unterqueren kann es nicht sein. Da macht die Schweizer Nachbarschaft „rampenmässig“ den Konstanzern einiges vor! Und von der grossen Lösung, einer breiten West-Ost-Unterquerung des Konstanzer Bahnhofs zum See hin (mit entsprechenden Rampen zu den Bahnsteigen), ist Konstanz noch meilenweit entfernt. Dies wäre dann der eigentliche Quantensprung ins 21. Jahrundert. Er würde besonders auch die jetzt vorgesehene (eher Pseudo-) Fussgängerzone Bahnhofsplatz enorm aufwerten.

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