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Glockenschlingel akzeptiert Urteil nicht

Kreuzlingen/Wäldi – Der Mann, der die Kirchen-glocken in Wäldi manipuliert haben soll, akzeptiert den Entschluss der ersten Instanz nicht. Nun wird das Verwaltungsgericht entscheiden.

Die Glocken in Wäldi läuten wieder jeden Morgen um 6 Uhr Bild: Archiv

Das Bezirksgericht Kreuzlingen hatte den beschuldigten Ingenieur Ende Juni zu einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 13’200 Franken verurteilt und ihm eine sofort zu bezahlende Busse von 2640 Franken aufgebrummt. Auch sollte er die Gerichts- und Verfahrenskosten in Höhe von 3404 Franken tragen. Zwischenzeitlich legte der Angeklagte aber Berufung ein. Somit ist der aktuelle Entscheid nicht rechtskräftig und der Fall wird an das Kantonale Verwaltungsgericht weitergegeben. Dort wird geprüft, ob der Entscheid des Bezirksgericht korrekt war.
Die Anklage lautete auf Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Der Beschuldigte gab zu, dass er im Besitz eines Schlüssels sei und wollte geltend machen, keine Sachbeschädigung begangen zu haben. Jedoch war sich das Gericht einig, dass der offizielle Sinn einer Kirche allen bekannt ist, und dass die Handlung des Angeklagten nichts mit diesem Zweck zu tun habe. Er habe sich ohne Genehmigung Zutritt verschafft. Daran ändere auch der Besitz des Schlüssels nicht.

Zeitschaltuhr im Glockenturm
Der Tatbestand könnte auch aus einem Krimi stammen: Ein Unbekannter dringt in einen Kirchturm ein, um dort eine Zeitschaltuhr anzubringen. Laut Bezirksgericht spielte sich das Ereignis folgendermassen ab: Der Beschuldigte, ein Anwohner der Kirche, störte sich laut gewissen Aussagen schon lange am morgendlichen Läuten, das täglich um 6 Uhr stattfindet. Um diese Lärmstörung zu unterbinden, habe er an der Stromzufuhr des Glockenschlagwerksmotors eine Zeitschaltuhr montiert. Diese liess das Läuten ausfallen. Weiter habe er das Schutzgitter des westlichen Kirchenturmfensters mit einem teerartigen Material bestrichen, um eine schalldämmende Wirkung zu erzielen.
Das Fernbleiben des 6-Uhr-Läutens fiel den Dorfbewohnern auf. Nach mehreren Untersuchungen und erst nach über einem Jahr konnte die Kirchenbehörde den Grund für die stummen Glocken feststellen. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Ursache, am 8. Juli 2016, stellte Claudia Rubi, Präsidentin der Kirchgemeinde Wäldi/Lipperswil, einen Strafantrag gegen unbekannt. Am 14. September 2016 konnte die Kriminalpolizei Thurgau am Tatort gefundene DNA-Spuren denen des Beschuldigten zuweisen. Auch besitze er von Berufes wegen das nötige Fachwissen, um entsprechend zu handeln, befand das Gericht in seinem Urteil.
Der Angeklagte hatte auf unschuldig plädiert. Als Grund machte er geltend, dass seine Garage stets offen stand, aus welcher ein Täter die Zeitschaltuhr hätte entnehmen können.

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