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Die Geister, die sie riefen …

Leserbrief – Die «Zauberlehrlinge» (=Vizepräsidenten der beiden Kreuzlinger Schulbehörden) schwitzen nicht nur wegen des Jahrhundertsommers. Ausser ihnen und ihren Antreibern weiss niemand genau, wie und warum sie den Schulpräsidenten aus dem Amt drängten. Da nützt auch das Schweigegeld für den Ex-Präsidenten nicht viel. Im Gegenteil: Diese Geheimniskrämerei ist der perfekte Köder für enthüllenden Journalismus. (Xaver Dahinden, Kreuzlingen)

(Bild: archiv)

Einzelne Parteipräsidien spielen die Ahnungslosen. Was hindert sie daran, für Aufklärung zu sorgen? Die Wählerschaft, die René Zweifel vor kurzem mit 93 Prozent der Stimmen wieder gewählt haben, möchte wissen, warum er nun nicht mehr taugen soll. Alle Skandale der letzten Zeit (Postauto, Banken, Dieselaffäre, Parkhaus am See etc.) zeigen dasselbe Muster: Informationsverweigerung, Geheimhaltung, Dementis, Vertuschung so lange wie möglich. Dies sind die gängigen Methoden, wenn die Argumente fehlen oder eine Aufklärung unerwünscht ist. Deshalb braucht es eine Untersuchungskommission. Keine Partei kann sich leisten, diese abzulehnen, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Kreuzlinger Politszene hat in einer solchen Kommission nichts zu suchen, denn sie könnte sich als Teil des Problems entpuppen.

Klar ist dieses Verfahren sehr aufwendig in jeder Hinsicht. Aber wenn der Schaden noch begrenzt werden kann, dann durch eine neutrale Aufklärung der Vorgänge. Die Verursacher des Crashs müssen zur Verantwortung gezogen werden. Allerdings: Mit ihrem schnellen Outing inklusive Rücktritt könnten sie vielleicht sogar die Untersuchungskommission überflüssig machen. Zurück zu Goethes Gedicht mit dem rettenden Zauberspruch des alten Meisters: «In die Ecke, Besen! Besen, seid’s gewesen.»

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One thought on “Die Geister, die sie riefen …

  1. Jürg Schenkel

    Ich kann eine Untersuchung nur befürworten. Allerdings dürfte eine solche vermutlich davon abhängig gemacht werden müssen, dass der Ex- Amtsinhaber einer solchen lückenlosen Überprüfung auch zustimmt. In diesem Zusammenhang sei die Frage auch erlaubt. Wer ist der Besen und wer der Altmeister? Nicht zu vergessen wäre der Zauberlehrling. Kann der Leserschreiber den Akteuren auch Namen geben, oder soll eben dies die unabhängige Überprüfung übernehmen.

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